Donnerstag, 27. November 2014

Lautlos im Weltraum (1972)

Ein Weltraumklassiker aus den 70er-Jahren in dem Bruce Dern versucht die letzten Erdenpflanzen auf einer Raumstation vor der Zerstörung zu beschützen. Dabei ist er der einzige der Besatzung, der für seine grünen Freunde kämpft, und muss sich deshalb gegen den Rest der Besatzung stellen. Leider bleibt Lautlos im Weltraum aber nicht nur lautlos, sondern auch langweilig:

Lautlos im Weltraum

Originaltitel: Silent Running
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 1972
Regie: Douglas Trumbull
Haupt-Darsteller: Bruce Dern, Cliff Potts, Ron Rifkin, Jesse Vint
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 86 Minuten
Kurzbeschreibung: Bruce Dern als Botaniker im Weltall, der sich Befehlen widersetzt um seine geliebten Pflanzen vor der Vernichtung zu retten. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Eine Raumschiffflotte treibt seit einigen Jahren durchs Sonnensystem, an Bord die letzten Pflanzen und Tiere der Erde, welche in einigen gewaltigen Glaskuppeln herangezüchtet werden. Diese konnten nämlich auf dem Blauen Planeten der von der Menschheit übel zugerichtet wurde, nicht mehr länger überleben. Freeman Lowell (Bruce Dern) widmet sich voll und ganz der Aufgabe die Biotope zu erhalten und träumt von einer Erde, auf der es wieder Wälder gibt, die blühen und gedeihen können. Von seinen Kollegen kann man das nicht sagen. Sie hoffen auf einen baldigen Abbruch der sinnlos scheinenden Mission, damit sie wieder zurück nach Hause kehren dürfen. Als die Crew dann von ihren Vorgesetzten den Befehl erhält, das Projekt aufzugeben sieht sich Lowell in einer schwierigen Lage: Kann er verhindern, dass die Kuppeln abgesprengt werden und mit ihnen die letzten Vegetationsräume der ehemaligen Erde im All detonieren?

Lautlos im Weltraum schafft es trotz seiner sehr interessanten Thematik, welche auch heute noch für Diskussionsstoff sorgen sollte, und seiner knappen Laufzeit von nicht einmal 90 Minuten, einfach nicht den Zuschauer zu fesseln und ist vor allem ab dem zweiten Drittel sehr langatmig. Das liegt vor allem daran, dass wir es hauptsächlich nur mit einem Charakter zu tun haben, der vor der Kamera mit ein paar Robotern und Pflanzen interagiert, welche nicht gerade gesprächig sind, und auch nicht groß zur Handlung beitragen. 

Dabei wünscht man sich bei einem makellosen Bruce Dern, welcher hier das Beste aus der sehr monotonen Rolle herausholt, und einer Geschichte, die futuristisch und sehr relevant für die Zukunft der Menschheit scheint, den ganzen Film über, dass er es doch schaffen möge in die Gänge zu kommen. Doch anstatt je wirklich gesellschaftskritisch zu werden oder Spannung zu erzeugen, kreiert der Film nichts außer Löcher in seiner Geschichte: Warum werden Raumschiffe mit Biotopkuppeln ins All geschickt, anstatt auf der Erde oder dem Mond, oder sonst auf einem festen Körper, welche zu bauen? Wo kommen alle Ressourcen her, die verwendet werden? Wer stellt eine Crew zusammen, die zu drei Vierteln aus Menschen besteht, die völlig unqualifiziert für so gut wie jede Art von Arbeit auf dem Raumschiff sind?

Diese und viele weitere Fragen werden vom Film leider nie beantwortet und ein Film, der aufrütteln will, und der einem die Augen öffnen soll, muss mehr können als nur eine Thematik behandeln, er muss sie gut verarbeiten. Genau in diesem Aspekt ist Lautlos im Weltraum komplett unbedeutend und bleibt bis zum Schluss in einer banalen Schwarz-Weiß-Färbung, in der niemand die eigenen Taten oder überhaupt irgendetwas zu hinterfragen scheint. So kommt nicht einmal der Befehl die Biotopkapseln zu zerstören mit irgendeiner Begründung daher, sondern wird einfach so wie er ist hingenommen. Größtes Highlight der idiotischen Orgie an Blödsinn bleibt das Ende, in dem ein langjähriger Botaniker und Pflanzenexperte plötzlich Tage braucht, um zu bemerken, dass Pflanzen Licht benötigen. 

Der Film wird einzig und allein durch für sein Alter tolle Bilder, einen überaus starken Bruce Dern und einen sehr stimmig zusammengestellten Soundtrack gerettet. Zudem gibt es ein paar Bonuspunkte für das sehr witzige Design der Roboter, die einem quasi automatisch ans Herz wachsen. Ansonsten bleibt Lautlos im Weltraum wie schon gesagt leider weitaus enttäuschend, da er aus einer sehr erschreckenden und anregenden Materie einfach nichts macht, sondern banal und extrem langweilig bleibt. Der Klassiker-Faktor bleibt wegen der einzigartigen Idee vielleicht einigermaßen nachvollziehbar, macht aber das löchrige und kaum erklärte Szenario nicht wett.

Wertung: 4/10

Gähnt nach diesem Film laut los: Maxim Braun



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