Samstag, 6. Dezember 2014

The Illusionist (2006)

Trickreich geht es zu in Neil Burgers The Illusionist in dem ein Mann eine lang verloren geglaubte Liebe wiederfindet, allerdings unter ungünstigen Umständen. Schafft Edward Norton es den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen oder ist alles blos fauler Zauber?

The Illusionist

Originaltitel: The Illusionist
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2006
Regie: Neil Burger
Haupt-Darsteller: Edward Norton, Paul Giamatti, Jessica Biel, Rufus Sewell
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 104 Minuten
Kurzbeschreibung: Der Magier Edward Norton verzaubert in Neil Burgers Thriller The Illusionist das Publikum und die von Jessica Biel gespielte Herzogin. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Im Wien des 20. Jahrhunderts herrschen monarchische Verhältnisse. Dadurch, dass unser junger Protagonist nur Sohn eines Tischlers ist, wird ihm seine junge Romanze mit der Jungherzogin Sophie schnell zum Verhängnis und ein gemeinsamer Fluchtplan der beiden scheitert. Jahre später kehrt der mit Illusionen spielende Mann (Edward Norton) nun erwachsen und unter dem Künstlernamen Eisenheim nach Wien zurück und gibt dort magische Vorstellungen, welche schnell für Aufsehen in der Stadt sorgen. Als der Prinz und künftige Thronanwärter Leopold (Rufus Sewell) zu einer Vorstellung kommt trifft Eisenheim auch Sophie (Jessica Biel) wieder, die immer noch am Hof lobt und bald mit dem Prinzen vermählt werden soll. Doch zwischen den beiden fliegen schnell wieder Funken, welche dem korrupten Inspektor Uhl (Paul Giamatti) überhaupt nicht gefallen...

Edward Norton ist ohne Frage ein toller Schauspieler. So hat er uns mit seinen Performances, wie zum Beispiel in American History X oder Fight Club schon zu Genüge beweisen können, dass er weiß, was er tut. Hätte er das dannauch nur hier wieder gezeigt. Seine Rolle bleibt den ganzen Film lang viel zu platt und banal, so bringt er keine Szene irgendwie herausstechend hin, nein spielt vielleicht solide aber ungewohnt leer und uninspiriert seine Rolle herunter. Jessica Biel als weibliche Nebenrolle bleibt leider weitestgehend genauso auf der Strecke. Das ist schade, denn die männlichen Nebendarsteller bestehend aus Paul Giamatti und Rufus Sewell wissen genau was sie tun und sie machen es sehr gut und überzeugend. 

Auch filmisch ist The Illusionist nicht gerade eine Perle. So gibt es schon einige gute Einstellungen und Bilder, doch viel Potenzial bleibt ungenutzt und die Kamera wirkt irgendwie hastig und uninspiriert, als müsse sie einen Zeitplan einhalten, welcher für Ideen zu wenig Freiraum lassen würde. So fällt es schwer Gefühle für die Charaktere oder eine Einstellung zur Handlung machen zu können, zudem der untermalende Score kein einziges Mal bedeutsam hervortritt. Thematisch ist The Illusionist interessant, versucht stark sich einen guten Film nennen zu dürfen und sich einen Platz in der großen Twist-Riege zu erarbeiten, doch genau hier liegt das größte Problem, ein gutes Drehbuch war hier leider nicht vorhanden.


So kann man schon bevor der Film zur Hälfte um ist den gesamten weiteren Ablauf vorhersagen und liegt leider damit richtig. Das ist nicht nur ernüchternd, es ist auch wirklich enttäuschend zu sehen, dass uns hier der Film am Ende weiß machen will, dass wir die ganze Zeit getäuscht wurden und wir als Zuschauer eine Täuschung erwartet, die sich als nicht mehr als eine Enttäuschung herausstellt. Als Pluspunkt muss man dem Film anrechnen, dass er weder langweilig, noch frustrierend wird, durch seine fatalen Fehler, nein es sogar irgendwie schafft relativ stimmig zu bleiben und zumindest sein Ding durchzuziehen. 

Am Ende bleibt The Illusionist also leider ziemlich platt und enttäuschend. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier nicht um einen wirklich schlechten Film, eher eben um einen, von dessen Genre wir einfach als Zuschauer durch tolle Werke wie Christopher Nolans Prestige - Meister der Magie so viel mehr gewohnt sind, dass uns das hier eher zum Gähnen als zum Staunen bringt. Ein ambitionierter Norton und ein flotteres und subtileres Drehbuch hätten dem Streifen sicherlich gut getan, aber so kann ich nur sagen, für Leute die, sich nicht mit wenig zufrieden geben und Überraschungen gewohnt sind ist The Illusionist nichts mehr als ein laues Lüftchen.

Wertung: 5/10

Der Twist ist hier nur Illusion, sagt: Maxim Braun



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