Sonntag, 28. Dezember 2014

Planet der Affen: Prevolution (2011)

Affentheater in New York! Planet der Affen: Prevolution ist der erste Film der neuen Prequel-Reihe zum berühmten Klassiker Planet der Affen, in dem der intelligente Schimpanse Caesar einen Aufstand der Primaten anzettelt, um sich von der Tyrannei der Menschen zu befreien. Leider ist der Film nicht nur thematisch gesehen ziemlich affig:

Planet der Affen: Prevolution

Originaltitel: Rise of the Planet of the Apes
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2011
Regie: Rupert Wyatt
Haupt-Darsteller: Andy Serkis, James Franco, Freida Pinto, John Lithgow
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 105 Minuten
Kurzbeschreibung: In Planet der Affen: Prevolution erfahren wir die Vorgeschichte des Klassikers Planet der Affen, als James Franco einen hochintelligenten Schimpansen züchtet. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Planet der Affen: Prevolution stellt den Anfang der Planet-der-Affen-Geschichte dar und ist somit die Vorgeschichte zum Sci-Fi-Klassiker, in dem zwei Astronauten auf einem vermeintlich unbekannten Planeten landen, der von intelligenten Affen beherrscht wird. Dabei dreht sich die Geschichte um den jungen Wissenschaftler Will Rodman (James Franco), der an einem Mittel arbeitet um seinen alzheimerkranken Vater (John Lithgow) zu heilen und die Menschheit ein für alle Mal von dieser Krankheit zu befreien. Dabei gibt es einen gewaltigen Fehlschlag in Form eines ausbrechenden Affen und Will steht erst einmal alleine da, nur noch mit einem Schimpansenbaby, dass er beschliesst großzuziehen. Allerdings merkt Will erst als der junge Caesar (Andy Serkis) heranwächst, was für ein Potenzial wirklich in dem Primaten steckt, denn er scheint die Intelligenz seiner Artgenossen bei Weitem zu übertreffen und wächst zu einem extrem cleveren, wenn auch launischen Charakter heran. Es dauert nicht lange und Caesar bekommt aufgrund seiner Neugier die ersten Probleme mit seiner Umwelt...

Was für ein Chaos! Das ist der Gedanke der nach Planet der Affen: Prevolution wohl als Erster im Kopf bleibt. Und damit sei nicht nur das Chaos gemeint, dass die Affen am Ende in New York anrichten, nein auch filmisch ist das hier ein sehr wirres und fahriges Werk, das man hier zu sehen bekommt. Zunächst einmal besitzt der Film eines der schlechtesten Drehbücher, die ich in letzter Zeit zu einer ja eigentlich wirklich interessanten und so kreativ offenen Story gesehen habe. Er ist einfach voll von Momenten, die zwar etliche Fragen aufwerfen, doch nicht den Hauch eines Versuches machen, diese auch zu beantworten. Dabei lege ich mich natürlich nicht mit der Logik der Thematik an, die bei einem solch irrealen Film ja sowieso nicht oberste Priorität hat, sondern mit einer schieren Masse an weit hergeholten Entscheidungen um den Verlauf der Handlung zu lenken. 

So bleiben einerseits Momente in Erinnerung in denen uns simple Verbindungen fehlen, um die Figuren nachvollziehen zu können, und andererseits Szenen in denen versucht wird diese Verbindungen herzustellen, allerdings auf so stupide Weise, dass es durchaus schmerzhaft. Da blutet das Filmherz schon einmal, wenn die Charaktere ohne den Vorgang des Erstellens realistischer Herleitungen einfach immer genau wissen, was eigentlich vorgeht und man das als Zuschauer dann einfach vorgekaut schlucken soll, doch das geht gewaltig nach hinten los. So bleibt der Plot von Planet der Affen: Prevolution durchgehend interessant und der Film ist auch nicht wirklich langatmig oder gar fad, doch immer wenn man gerade versucht ihn wieder gerne zu haben, tritt er leider ins nächste Fettnäpfchen.

Dabei sei angemerkt, dass der Sci-Fi-Streifen einige von Regisseur Rupert Wyatt wirklich sehr gut umgesetzte Szenen besitzt, sowie auch welche, die tatsächlich mit guten Einfällen und Originalität punkten, aber eben andauernd durch das Skript überschattet werden. So entstehen zwar imposante Bilder und actiongeladene Szenen, die sich toll ansehen lassen, aber eben leider vom Gesamtbild des Streifens heruntergezogen werden. So auch eine grandiose Performance von Andy Serkis, der hier mit Hilfe von Motion-Capturing dem Affen Caesar ein gewaltiges und beeindruckend gespieltes Leben einhaucht und den Protagonisten somit zur eindeutigen Augenweide des Films macht. Die anderen Darsteller, wie James Franco und Freida Pinto, wirken leider an vielen Stellen dafür zu platt und einseitig gezeichnet und machen zudem seltsam konstruierte Charakterwandlungen durch, die auch nie wirklich weiter erklärt oder angesprochen werden.

Ach ist das ärgerlich! Wo ich immer wieder versuche mich von Planet der Affen: Prevolution abholen und begeistern zu lassen, schafft es der Film leider nur, mich in der Hinsicht zu beeindrucken, wie viele Fehler man doch in einem Drehbuch machen kann, obwohl der Rest doch teilweise wirklich stimmig wirkt. Zu viel Klischee, zu viel schlecht gekünstelte Storyverknüpfungen und zu wenig Überraschung erschaffen für mich leider am Ende einen Film, von dem ich nicht sagen kann, dass er meinem Geschmack entspricht. Für Sci-Fi-Fans oder Leute, die einfach auf die Story der Affen-Apokalypse stehen, mag hier möglicherweise noch was dabei sein, aber ich sehe hier nur ein ziemliches Durcheinander aus Ideen, die bedauerlicherweise relativ schlecht umgesetzt wurden. 

Wertung: 4/10

Will sich hier sicher nicht aus der Affäre ziehen: Maxim Braun




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