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Dienstag, 16. Juni 2015

Jurassic World (2015)

Der Park ist wieder eröffnet! Der Jurassic Park kehrt mit Jurassic World unter Regie von Colin Trevorrow auf die Kinoleinwand zurück und züchtet einen Dinosaurier herauf, der mal wieder die ganze Insel unsicher macht. Schafft der Film es an den alten Filmklassiker anzuschließen?

Jurassic World

Originaltitel: Jurassic World
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Colin Trevorrow
Haupt-Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Jake Johnson, Irrfan Khan
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 125 Minuten
Kurzbeschreibung: Jurassic Park IV: Jurassic World – Die Dinos sind zurück und Colin Trevorrow übernimmt die Regie. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Seit einigen Jahren schon ist auf Islar Nublar John Hammonds Traum endlich zur Realität geworden: Der Jurassic Park, ein Vergnügungspark voller lebender Dinosaurier, ist eine der größten Attraktionen auf der Welt und lockt Besucher von überall an sich die prähistorischen Echsen aus der Nähe anzusehen. Alles scheint gut zu laufen, bis ein gänzlich neuer Dinosaurier, der furchteinflößender und gefährlicher als alles zuvor entworfen wurde, ausbricht und sein Unwesen im Park treibt. Nun liegt es an Verhaltensforscher Owen (Chris Pratt) und der Parkverwalterin Claire (Bryce Dallas Howard) das monströse Tier zu stoppen, bevor sich die Katastrophe vom Jurassic Park weiderholt.

Jurassic World ist ein anderer Film, als sein originales Vorbild Jurassic Park, macht aber dennoch viel Spaß. Wer sich perfekt auf den Film einlassen will, darf hier nicht viel mehr erwarten als einen kurzweiligen Blockbuster, der wenig auf Figurenzeichnung und dafür umso mehr auf optische Schauwerte und spannende Action setzt. Zwar werden in einigen Szenen schöne Anspielungen an den ersten Film von Steven Spielberg eingesetzt, die durchaus einen starken Nostalgie-Effekt besitzen, doch der Film selbst versucht erst gar nicht, aus dem Schatten seines Ursprungs zu treten. Lieber bietet er ein Unterhaltungsfeuerwerk voller grandiosem Humor, der vor allem durch Darsteller wie Chris Pratt und Jake Johnson toll über die Bühne gebracht wird.

Vor allem in seinem Aufbau zeichnet sich Colin Trevorrows Film durch seinen gekonnten Witz und seine Lässigkeit aus und bietet schönes Popcorn-Kino, bei dem man auch gerne bereit ist über den ein oder anderen Holpler hinwegzusehen. Leider folgen darauf viele schnell repetitiv werdende Szenen, und die Unterhaltung schafft es nicht gänzlich eine Story auszugleichen, die sich mit fortschreitender Laufzeit als immer seltsamer und unauthentischer gestaltet. Ein vollkommend übertriebenes und unpassendes Finale fügt einem an vielen Stellen spaßigen Film dann leider ein unangenehmes Gefühl von Irrsinn hinzu.

Die Dialoge und Figuren sind an keiner Stelle wirklich durchdacht, toll geschrieben oder versuchen etwas mehr Gehalt zu haben tragen aber an vielen Stellen zum großartigen Humor des Streifens bei. Leider wirken einige der Figuren doch ziemlich gestellt, wenn sie auf einmal doch versuchen eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu gewinnen, die einfach nicht existiert, weil der ganze vorige Film sie nicht zugelassen hat. So entwickeln die Charaktere kaum Eigenleben, nein bewegen sich eher in gegeben Rollen die nicht unbekannt sind ziemlich klischeegerecht durch den Film. Mehr Eigenleben als erwartet entwickeln aber die Dinosaurier. Die Raptoren und einige andere werden eindeutig zu stark personalisiert, doch es wird tatsächlich geschafft den Indomnius Rex, der ja für viele Zweifel vor dem Film sorgte, als verdammt Furcht einflößend und gewaltig darzustellen.

Dies gelingt natürlich auch an den überragenden visuellen Effekten die Jurassic World auffährt. Zwar fühlt sich die CGI-Welt zugegebenermaßen an keiner Stelle so echt an wie der alte Park, doch als optische Bombe taugen die Effekte allemal. Leider wird die Action mit fortschreitendem Film immer schwächer, teils sogar sehr comichaft und einfach überzeichnet, für einen Film, der generell immer versucht noch einen draufzusetzen, und das leider nicht nur positiv gemeint. Trotz Kino-Bildspektakel stellt sich der 3D-Effekt außerdem als ziemlich unnötig heraus.

Jurassic World ist keineswegs so gut wie sein ehemaliger Ursprungsfilm, will das aber auch nicht sein. Stattdessen wird hier auf unterhaltsames Action-Kino gesetzt, das sogar zum großen Teil ziemlich gut funktioniert und mit vielen Anspielungen zu gefallen weiß. Leider merkt man dem Film seinen Hang zur Übertreibung jedoch zu stark an, und es werden zu viele Klischees bedient, als dass Jurassic World es wirklich schafft seinen Unterhaltungswert bis zum Ende aufrechtzuerhalten.

Wertung: 6/10

Roooooaaaaaaaar!!! gähnt jeden Morgen: Maxim Braun

Video Kritik:

Trailer:

Samstag, 16. Mai 2015

Mad Max: Fury Road (2015)

George Miller hat mit Mad Max: Fury Road nach genau 30 Jahren endlich den vierten Film seiner mittlerweile etwas staubigen Actionreihe gedreht. Sehr viele Probleme hielten die Produktion des Films auf, doch die Stimmen der Leute nach den ersten Trailern waren überwältigend gut. Schafft es Mad Max dem Hype gerecht zu werden?

Mad Max: Fury Road

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Produktionsland: Australien
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: George Miller
Haupt-Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 121 Minuten
Kurzbeschreibung: Das Reboot Mad Max: Fury Road ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie um den postapokalyptischen Outlaw, der diesmal von Tom Hardy gespielt wird. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Max Rockatansky (Tom Hardy) ist ein Outlaw. Er hat gelernt mit den Bedingungen der neuen postapokalyptischen Welt zurechtzukommen wie kein Zweiter. Das heißt in erster Linie, niemandem vertrauen, an sein eigenes Überleben denken und niemals Hoffnung zulassen, die einen doch nur schwächt. In solch einer grausamen Welt muss er leben; muss er überleben. Die anderen Leute interessieren ihn im Normalfall nicht. Doch, was ist schon normal? Nachdem Max von einer Gruppe von verrückten Gesetzlosen gefangen genommen und zur Blutkonserve ernannt wird, schafft er es, sich bei der Jagd auf die abtrünnig gewordene Imperator Furiosa (Charlize Theron), die ganz besondere Ware an Bord hat, zu befreien. Einzelgänger Max muss sich gegen seinen Willen mit der kampfbegabten Frau verbünden, doch niemand weiß genau, wohin ihr weg sie führt...

Mad Max: Fury Road lebt von seinem Hype. Die fantastisch geschnittenen Trailer gaben den Zuschauern rasante Einblicke in benzingeladene Action-Szenen voller Feuer und Sand. Wie der Trailer schon vermuten und hoffen ließ, ist der Film selbst wirklich eine einzige wilde Verfolgungsjagd. George Miller bietet uns fantastisches und detailverliebtes Action-Kino, wie es viele Blockbuster der letzten Jahre vermissen ließen. Wenn hier ein Fahrzeug explodiert, dann nicht einfach in einer gewaltigen Michael-Bay-Wolke aus CGI, sondern mit ruppiger handgemachter Schlagkraft und einer schön dreckigen Detonation. Natürlich setzt auch Miller auf Special Effects, doch es fällt sehr positiv auf, wie er seine Action an den richtigen Stellen so greifbar und schmutzig wie möglich inszeniert.

Zu der pulverisierenden Inszenierung kommt ein harter und kerniger Soundtrack, und es dauert nicht lange, da fängt das eigene Blut an sich in Benzin zu verwandeln. Durch einige sehr amüsante und ausgefallene Tricks, der auch schon im Trailer zu sehen war, wird die Musik nicht nur zum Begleiter des Films, sie findet auch im Film selbst statt. Unterhaltung ist somit voll und ganz geboten. Durch das blanke Chaos, das den Film komplett dominiert hat George Miller auch genug Mut sich Storylücken zu erlauben. Schade ist, dass er hier nicht auf seiner Spur bleibt, die Story weitestgehend gar nicht stark zu beleuchten, sondern von Zeit zu Zeit versucht uns durch Vorgeschichten näher an die Charaktere heranzubringen. Dies funktioniert leider nur schwerlich. Die Handlung schafft es nicht die Gefechte relevant auszugleichen und fungiert somit eher als nerviger Beiwagen für die explosive Action-Rallye.

Wo der Streifen an manchen Stellen wie bereits erwähnt etwas die Strenge vermissen lässt, ist er trotzdem mit vielen seiner Figuren weitestgehend gnadenlos heftig. Mad Max wird vor allem zu Anfang keineswegs als Held dargestellt, er ist eben das, was er ist: Der verrückte Max. Hervorragend porträtiert von einem robusten Tom Hardy, der wie gemacht für die Rolle ist. Es braucht nicht viel mehr als einige Hm und Hmhms und schon weiß der Zuschauer: Hardy ist nicht in diesem Film um viel zu sagen. Im Grunde ist er nicht mal die wirkliche Hauptfigur des Films, denn neben Charlize Therons wirklich bemerkenswerter Performance rückt er immer mehr als der stille Mann für die schmutzigen Jobs in den Hintergrund. Theron reißt den Film trotz einer unbefriedigend gezeichneten Rolle an sich und lässt so schnell auch nicht los. 

Am Ende ist Mad Max: Fury Road ein knapper Dämpfer auf einem hoch angesetzten Niveau. Die eher mitgeschleifte Handlung soll von der durchgehend rasend überspitzten Action in den Hintergrund rücken, macht leider aber vor allem gegen Ende störend auf sich aufmerksam. Wer das ausblenden kann, wird mehr als gut bedient, doch ein bleibender Eindruck lässt sich leider vermissen. Trotz der negativen Aspekte nimmt der Film eine gewichtige Stellung im aktuellen Action-Genre ein und lässt einiges an Potenzial für kommende Mad-Max-Teile übrig, die uns hoffentlich noch erwarten werden.

Wertung: 7/10

Mäht Max den Actionfilm-Rasen? Ja, behauptet: Maxim Braun

Video Kritik:

Trailer:

Freitag, 24. April 2015

Marvel's The Avengers (2012)

Marvel arbeitete mit Filmen wie Iron Man und Thor lange darauf hin, die vielen einzelnen Superhelden in einem Film zu verbinden, was Marvel's The Avengers dann endlich in die Tat umsetzte. Der Streifen wurde schnell zum weltweiten Riesenerfolg und spielte massenhaft Geld ein, doch ist er auch mehr als nur ein Blockbuster?

Marvel's The Avengers

Originaltitel: The Avengers
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2012
Regie: Joss Whedon
Haupt-Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Chris Evans, Mark Ruffalo
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 143 Minuten
Kurzbeschreibung: ‘Avengers assemble!’ Nachdem bereits einige der Avengers wie Iron Man, Thor und Captain Amerika ihre eigenen Filme bekamen, führte Marvel in The Avengers die unterschiedlichen Franchises zusammen. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Thors (Chris Hemsworth) Bruder Loki (Tom Hiddleston) heckt hinter dessen Rücken wieder finstere Pläne aus und will die Welt mithilfe einer gewaltigen Armee unterjochen. Um seine Pläne in die Tat umzusetzen klaut er kurzerhand den mächtigen Tesserakt aus Nick Furys (Samuel L. Jackson) geheimen Labor. Dieser schaut der Bedrohung ins Auge und sieht keine andere Lösung als die Avengers-Initiative ins Leben zu rufen und alle Helden zu versammeln. Nun müssen Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Thor, Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) all ihre Kräfte zusammennehmen, um die Menschheit zu retten.

Selbst wenn man kein großer Marvel-Fan ist, Marvel's The Avengers bietet großartige Unterhaltung. Das gewaltige Cast an vielen hochkarätigen Schauspielern funktioniert einwandfrei und der Film geht gleichzeitig sehr gut auf die einzelnen Charaktere wie Robert Downey Jr.'s Iron Man ein und schafft es auch sie sehr schön als Team abzubilden. So bekommen die Charaktere alle ihre One-Liner und schaffen es den Zuschauer für sich zu gewinnen und als sympathisches Heldenensemble zu brillieren.

Gekonnt bewegt sich der Film so auf dem schmalen Grad zwischen ernsthafter harter Action und einem stark ironischen und einfallsreichen Humor, ohne je wirklich zu viel den Fokus auf eine der beiden Seiten zu legen. Für Marvel-Fans ist der Film zudem der reine Wahnsinn, werden gleichzeitig so viele Erzählstränge angesprochen und auch Anspielungen an die vorigen Filme und für die Zukunft gemacht, dass sich ein wahres Fest für alle Fans eröffnet. Auch für Leute, die noch gar nicht richtig ins Universum der Comicverfilmungen eingetaucht sind, wird durch diesen Film das ganze gut aufgefahren und Avengers führt Neulinge gut in die Welt der Superhelden ein ohne den Zuschauer direkt zu überrumpeln.

Die größten Schwächen des Actionfilms bleiben der relativ platte und lächerliche Bösewicht Loki und die zu wenig abwechslungsreichen und kargen Schauplätze. Ein besserer und ernsterer Gegenspieler hätte dem Film gut getan und Marvel's Lauf an schlechten Antagonisten, der sich durch die vorigen Filme zieht, beenden können. Zudem gehen einem die Locations nach zu langem Aufenthalt etwas auf die Nerven und schreien förmlich nach Abwechslung.

Marvel's The Avengers stellt sich als genau der Film heraus, den man erwarten kann: ein bombastisches Action-Feuerwerk voller Witz und schlagfertiger Charaktere, das keine Zeit verschwendet mehr zu sein. Das muss es auch nicht, denn als Gesamtpaket funktioniert der Film durchaus gut, auch wenn vor allem der Blick in die Zukunft der Avengers interessant ist, da es noch einiges an Luft nach oben für zukünftige Filme gibt.

Wertung: 7/10

Filme guckt er schon a weng, er's Film-Autor: Maxim Braun



Mittwoch, 4. März 2015

Let's be Cops - Die Party Bullen (2014)

Let's Be Cops weiß zwar seicht zu unterhalten, bestürzt aber durch einen grottenschlechten Plot und gibt sich keine Mühe, mehr als kurzweiliger Klamauk zu sein.

Let's be Cops - Die Party Bullen

Originaltitel: Let's Be Cops
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: Luke Greenfield
Haupt-Darsteller: Jake Johnson, Damon Wayans Jr., Rob Riggle, Nina Dobrev
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 105 Minuten
Kurzbeschreibung: In Let’s Be Cops werden zwei erfolglose Schauspieler in Kostümen für echte Polizisten gehalten. Plötzlich dürfen sie tun und lassen, was sie wollen. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik auf Filmfutter.com

 

Samstag, 21. Februar 2015

The Interview (2014)

Dieser Film hat schon vor seinem Release für einiges an Aufsehen gesorgt, dadurch, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un damit drohte, einen Kinorelease von The Interview nicht ohne Konsequenzen geschehen zu lassen. Letzten Endes wurde der Film natürlich trotzdem vor allem im Internet verkauft, lief aber auch in den Kinos. Ist der ganze Trubel wirklich berechtigt, oder handelt es sich nur um einen weiteren dämlichen Rogen-Film?
 

The Interview

Originaltitel: The Interview
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: Seth Rogen, Evan Goldberg
Haupt-Darsteller: Seth Rogen, James Franco, Lizzy Caplan, Randall Park
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 112 Minuten
Kurzbeschreibung: In der Komödie The Interview wollen James Franco und Seth Rogen den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un interviewen – doch auf diesen wird ein Attentat geplant. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Dave Skylark (James Franco) ist einer der beliebtesten amerikanischen TV-Moderatoren und hat schon so manchem Star in seiner Sendung ein pikantes Geständnis abnehmen können. Zusammen mit seinem Produzenten und besten Kumpel Aaron Rapaport (Seth Rogen) feiert er nun schon seine tausendste Sendung, als die beiden plötzlich überraschende Neuigkeiten bekommen: Sogar der abgeschottete nordkoreanische Diktator Kim Jong-un (Randall Park) liebt ihre Sendung! Schnell wird den beiden klar, dass ein Interview mit dem bekanntesten Diktator der Welt für einiges an Aufsehen sorgen würde, und die beiden setzten ihren Plan in die Tat um. Kurz bevor sie abreisen werden sie allerdings von CIA-Agentin Lacey (Lizzy Caplan) gebeten der USA einen großen Wunsch zu erfüllen: Sie will, dass die beiden Kim Jong-un bei dem Interview ermorden!

Trotz seines Hintergrunds sollte man sich klar werden, was The Interview ist, und zwar ein Film von Seth Rogen und Evan Goldberg, die ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass sie mit Humor unter der Gürtellinie nicht sparen, es sogar meistens ziemlich übertreiben, bis auch der letzte Gag nur noch ausgelutscht ist. Zunächst verhält sich das hier positiv gemeint ähnlich, und wir bekommen einen unglaublich sinnlosen und dämlichen Humor serviert, der an einigen Stellen wirklich gut funktioniert. Wären da nicht ein paar durchgängig idiotische Gags, die sich als kontinuierliche Humorspritzen durch den ganzen Film ziehen würden, aber einfach nicht funktionieren, wäre das auch voll in Ordnung gewesen.

Leider schafft der Film es so weder ernsthaften Humor aufzubauen, noch mit der dämlichen Gagwelle zu punkten, denn die Charaktere sind alle unglaublich langweilig geschrieben, dass es den ganzen Film leider stark herunterzieht. Einzig und allein James Franco und Randall Park wissen durch ihre bloße Mimik an einigen Stellen wirklich sympathisch und auf verrückte Art witzig zu sein, die meisten anderen Figuren bleiben viel zu hohl. Natürlich erwartet man hinter The Interview keinen großen Satire-Klassiker wie Chaplins Der große Diktator oder dergleichen, doch es wäre durchaus schön gewesen, hätte man hier mehr auf Parodie gesetzt und weniger auf infantilen Humor. 

So versucht der Film trotz seines Plots und dem ganzen Trubel an keiner Stelle wirklich kritisch mal den ein oder anderen gut platzierten witzigen Hieb gegen die USA oder Nordkorea zu machen abgesehen davon dass Nordkorea unter Hunger leidet. Stattdessen verwendet er dieselben schlechten Witze wieder und wieder, bis sie einem letztlich zum Hals heraushängen. Und dabei hätte das Konzept ja so einiges hergegeben, doch was hier dabei herauskam, ist nicht mehr als ziemliche sinnlose und übertriebene Provokation, dem die Krone von einem übertrieben actionlastigen Finale aufgesetzt wird, das nicht zum Rest des Films passt.

The Interview ist sicher ganz witzig für Fans der letzten paar Filme von Seth Rogen, versagt aber leider auf ganzer Linie dabei, eine Satire zu sein. Zwar zünden vor allem anfangs durchaus die ein oder anderen Gags, doch nach banaler übertriebener Wiederholung des immerselben Klamauks wird man schnell gelangweilt. Dazu kommt ein vollkommen vermurkstes Finale und viele Szenen, die wir schon tausendmal gesehen zu haben scheinen. Schade!

Wertung: 4/10

Interviewt sich hier ja im Grunde selbst: Maxim Braun




Mittwoch, 28. Januar 2015

96 Hours (2008)

Mit 96 Hours a.k.a. Taken startete Liam Neesons Karriere als gealterter Action-Star, der nach entführten Leuten sucht, seine Familie beschützt, oder einfach Lust auf Krawall und Geballer hat. Ist der Film wirklich der moderne Actionfilm schlechthin, oder doch nur stupides Gehaue?

96 Hours

Originaltitel: Taken
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2008
Regie: Pierre Morel
Haupt-Darsteller: Liam Neeson, Maggie Grace, Olivier Rabourdin, Famke Janssen
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 93 Minuten
Kurzbeschreibung: Als seine Tochter im Ausland entführt wird, greift Liam Neeson in 96 Hours selbst zur Waffe, um die 17-Jährige aus den Fängen der Menschenhändler zu befreien. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Bryan Mills' (Liam Neeson) Leben ist nicht gerade perfekt. Ständig versucht der im Ruhestand lebende Ex-Agent seiner 17-jährigen Tochter Kim (Maggie Grace) näher sein zu können, da die Arbeit ihn damals seine Familie, und demnach auch seine Ehe kostete. Als seine Tochter ihn bittet, sie mit einer Freundin nach Frankreich fahren zu lassen ist Bryan also erst einmal sehr skeptisch, willigt seiner Tochter zuliebe allerdings schließlich ein und lässt sie ziehen. Leider verwirklichen sich die Sorgen um seine Tochter, denn die beiden Mädchen werden kurz nach ihrer Ankunft von albanischen Menschenhändlern verschleppt. Bryan muss nun wieder zu dem Profi werden, der er einmal war, und macht sich auf einen energischen Gewaltmarsch durch die Verbrechenssümpfe von Paris um seine Tochter zu retten.

Liam Neesons derzeitiges Karrierehoch ist eine Sache für sich. Mit 96 Hours startete für den ehemals genialen Charakterdarsteller aus Filmen wie Schindlers Liste eine Serie von Filmen, in denen er abgehalfterte Ex-Agenten verkörpert, die den Bösewichten noch mal gehörig eins mitgeben, bevor sie in Rente gehen. Dem Action-Standard wird der Film auch tatsächlich gerecht, so ist er nicht wirklich revolutionär, aber durchaus schnell, konsequent und zweifelsohne unterhaltsam und schlagfertig. Die Kampfsequenzen und Schusswechsel sind einwandfrei gemacht und machen zum Großteil sehr viel Spaß.

Weniger Spaß macht leider die unglaublich dumpfe Story, die fast jeder innerhalb eines Tages hätte schreiben können. Überraschungen bleiben zum Großteil aus, und die Menschenhändler-Verschwörung, die sich natürlich bis in die französische Regierung erstreckt, wirkt schon etwas sehr weit hergeholt. Auch ist die Charakterzeichnung nicht gerade ideal, so bleibt viel zu wenig Zeit um sich mit Liam Neesons Figur zu identifizieren, und wenn dann mal ein Versuch in die Richtung gemacht wird, dann viel zu klischeehaft und ohne wirkliche Innovation.

Das ist wirklich schade, denn Liam Neeson selbst glänzt und geht in seiner "Bad-Ass-Rolle" einzigartig auf. Man nimmt ihm den alten und doch immer noch professionellen Ex-Agenten sofort ab, und er hat einige richtig starke Momente und bringt so einige Sprüche, die sich dauerhaft ins Actionfilm-Gedächtnis einprägen. Zwar erfindet der Streifen nichts wirklich neu, und Neeson bringt wahrlich keine Tiefe in den Film, oder etwas annähernd Ähnliches, aber durch die rastlose Hektik und die brachiale Action wird der Unterhaltungswert hochgehalten.

96 Hours ist keine Revolution des Actiongenres, aber ein gelungener, wenn auch klischeehafter Film. Liam Neeson funktioniert super, der Streifen ist schnell und sieht gut aus, hätte aber durchaus ein innovativeres und besser geschriebenes Drehbuch vertragen. So bleibt er zwar durch einige starke Szenen im Gedächtnis, schafft es aber am Ende auch nicht sich merklich von der breiten Masse abzusetzen, und eigenständig ein neues Genre zu erschaffen. Einzig und allein Neeson scheint das durch diesen Film für sich geschafft zu haben.

Wertung: 6/10

Happy Hour für alle 96-Jährigen!: Maxim Braun



Donnerstag, 15. Januar 2015

Edge of Tomorrow (2014)

Tom Cruise als feiger Soldat, der gezwungen wird, in den Krieg gegen Außerirdische zu ziehen und nach jedem Tod von vorne anzufangen. Was nach einem übertrieben beschissenem Trash-Mix von Und täglich grüßt das Murmeltier und Starship Troopers klingt, überrascht den Zuschauer doch durch starken Unterhaltungswert.

Edge of Tomorrow

Originaltitel: Edge of Tomorrow
Produktionsland: Austrailien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: Doug Liman
Haupt-Darsteller: Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 113 Minuten
Kurzbeschreibung: Im Science-Fiction-Drama Edge of Tomorrow stirbt Tom Cruise im Kampf gegen Aliens, nur um immer wieder am Vortag zu erwachen und erneut in die Schlacht zu ziehen. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

In naher Zukunft hat die Menschheit ein gewaltiges Problem: Außerirdische mit unguten Absichten, sogenannte Mimics, haben weite Teile Deutschlands und Frankreichs eingenommen und bewegen sich nun Richtung England. Nichts scheint sie aufhalten zu können, bis die Soldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) in einer Schlacht nahezu allein Hunderte der Kreaturen besiegt. Major Bill Cage (Tom Cruise) ist an jenem Krieg nur gering beteiligt und ist schockiert, als er an die Front geschickt werden soll, anstatt wie üblich ungefährliche Berichterstattungen zu machen. Nachdem er sich weigert, wird er gefangen genommen und als Deserteur behandelt, was heißt er verliert seinen Status und wird ohne Kenntnisse der Waffen ins Gefecht geschickt. Natürlich stellt er sich nicht allzu geschickt an, und nachdem er die ersten Minuten am Leben bleibt, wird er tödlich von einem Alien verletzt, schafft es aber noch einen speziellen Mimic, der sich von den anderen unterscheidet, in die Luft zu sprengen. Doch nachdem Cage stirbt, wacht er wieder im Lager auf, und das nicht nur dieses eine Mal. Schnell muss er sich auf die Suche machen nach jemandem, der ihm erklären kann, was mit ihm geschieht.

Auch wenn der Plot von Edge of Tomorrow noch so trashig klingen mag und man auch nie wirklich weiß, was man von Tom Cruise zu erwarten hat, dieser Film rockt! Doug Liman liefert uns hier einen actionreichen und sehr unterhaltsamen Sci-Fi-Kracher, der sehr kurzweilig daherkommt und die volle Laufzeit lang Spaß macht. Dabei ist der Film voller toll aussehender Schusswechsel und Spezialeffekte, die dem Film eine hervorragende Optik verleihen. 

Zudem wagt der Streifen hier etwas, in dem er es schafft, einen sehr starken Humor passend zur Action zu etablieren, von der sich viele andere Filme des Genres eine Scheibe abschneiden können. Edge of Tomorrow schafft es, gleichzeitig einige klasse Lacher zu erzeugen, was vor allem den beiden sehr sympathisch agierenden Hauptdarstellern zu verdanken ist, und dann wieder Momente zu erzeugen, die einfach klasse geschrieben sind und einem einen Funken Gänsehaut verpassen, sodass der Film spannend und stets auch charmant bleibt.


Wie schon erwähnt machen Tom Cruise und Emily Blunt das Herzstück des Films aus. Die beiden Schauspieler kommen überraschend vielschichtig daher und bauen eine so gute Chemie auf, wie man sie in vielen Filmen mit einer komplexeren Handlung nicht finden kann. Vielleicht ist es gerade jene Beziehung der beiden Charaktere, die diesen Streifen so unglaublich sympathisch und unterhaltsam machen. Zum Schluss weiß der Streifen dann sogar noch einmal für ein bisschen Verwirrung zu sorgen und lässt den Zuschauer mit einem perfekten Endcut zurück.

Edge of Tomorrow setzt nicht auf große Handlung, schafft es aber durch die tollen Hauptcharaktere und ein interessantes Konzept ein sehr unterhaltsamer Film zu sein. Durch tolle Bilder, Actionszenen und zündende Gags ist der Streifen einer der besten Actionfilme der letzten Jahre und weiß den wenig erwartenden Zuschauer an sehr vielen Stellen zu überraschen und zu begeistern.

Wertung: 7/10

Edge-bätch Tom Cruise-Hasser sagt: Maxim Braun



 

Dienstag, 6. Januar 2015

Herz aus Stahl (2014)

Brad Pitt kommt in die Kinos als Anführer einer Panzermannschaft, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eine extrem gefährliche Mission auf sich nehmen muss. Zudem bekommen sie einen neuen Schützen zugeteilt, der noch nie zuvor in einem Panzer saß und somit mehr eine Gefährdung als eine Hilfe darstellt. Schafft es David Ayer mit Herz aus Stahl einen atmosphärischen und düsteren Kriegsfilm zu erschaffen, oder ist das Ganze blanker Patriotismus?

Herz aus Stahl

Originaltitel: Fury
Produktionsland: China / Großbritannien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: David Ayer
Haupt-Darsteller: Brad Pitt, Logan Lerman, Shia LaBeouf, Jon Bernthal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 134 Minuten
Kurzbeschreibung: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Brad Pitt und seine Crew in ihrem Panzer Fury auf eine mutige Mission ins Nazi-Deutschland. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Wir schreiben den Monat April des Jahres 1945 und der Zweite Weltkrieg ist so gut wie vorbei. Allerdings sind gerade die letzten Kilometer des Deutschen Reiches um Berlin herum hart umkämpft und noch voll von deutschen Soldaten. Sergeant "Wardaddy" (Brad Pitt) kämpft in einer fünfköpfigen Besatzung mit seinem Sherman-Panzer "Fury" an der Front und verlor vor Kurzem seinen Schützen in einem Gefecht. Einspringen soll nun der junge Norman Ellison (Logan Lerman), der bis jetzt nichts als Schreibtischarbeit gemacht hat und folglich noch nie einen Deutschen tötete, was ihm natürlich nicht gerade hilfreich dabei ist, sich schnell in die raue Gruppe aus Kampfmaschinen einzufügen. Kurz bevor Deutschland kapituliert, soll sich die Truppe auf eine gefährliche Mission begeben, um die Herrschaft der Nationalsozialisten endgültig zu zerstören.

Herz aus Stahl liefert schöne Bilder, die authentisch und zutiefst bedrückend die Stimmung der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs einfangen sollen. Das schafft der Film zu großen Teilen auch, indem er uns aufwendige Panzergefechte zeigt, die man so noch nie zuvor gesehen hat. Sehr auffällig dabei sind zunächst die seltsam farbig anmutenden Schüsse, die auf den ersten Blick an Lasergeschosse aus Star Wars oder ähnlichen Sci-Fi-Streifen erinnern, aber realistisch darstellen sollen, wie tatsächlich damals sogenannte Tracer-Munition im Einsatz ausgesehen hat. So hat man das in noch keinem mir bekannten Kriegsfilm sehen können und es ist schön zu sehen, dass sich hier getraut wurde, neue Fakten einzubauen, die auf den ersten Blick vielleicht unwirklich erscheinen.

Genau diese Innovation und der Drang zu Neuem fehlt allerdings weitestgehend in einer Story, welche leider keinen Bogen um Fettnäpfchen macht, viel zu hollywoodklassisch daherkommt und uns altbekannte Bilder von Helden und Feinden vorzeichnet, die zwar nicht unnötig patriotisch dargestellt werden, allerdings auch nicht weiter hinterfragt werden. So ist es sehr schade, dass Soldaten nur als Tötungsorgane angesehen werden und der Film einem kaum die Chance lässt, eine vernünftige Grauzone zu erschaffen, welche das Kriegsgeschehen allgemein mehr kritisiert. Mehr wird Fury zu einem Actionfilm rund um eine Gruppe von Soldaten, die verzweifelt ihre Mission bestreiten und ihren Panzer wie ihre letzte Heimat verteidigen. 

Das macht auch das Herzstück des Films aus: Die Chemie zwischen den Charakteren, der ständige Druck und die Angespanntheit, gepaart sowohl mit der menschlichen als auch der unmenschlichen Seite des Krieges. So geraten unsere Protagonisten natürlich hin und wieder in Streitsituationen, genauso, wie sie sich manchmal wieder zusammenraffen und sich ihrer Aufgabe stellen müssen. Das scheint nichts Ungewöhnliches für einen Kriegsfilm zu sein, doch hier sticht schon deutlich hervor, dass man den Fokus auf die Kampfpanzer legt, welche in den meisten Filmen ja eher nebensächlich behandelt wurden, und man hier erst einen Eindruck davon bekommt, wie stark so eine Gruppe durch die von Allen bediente Maschine zusammengeschweißt wird.

Blickfang ist ein stark agierender Brad Pitt, dessen Charakter zwar nie wirkliche Tiefe erlangt, allerdings facettenreich ist und uns im Verlaufe des Films mehrere interessante Seiten präsentiert. Die eigentliche Hauptperson Norman, gespielt von Logan Lerman, ist leider zum Großteil unstabil und wenig nachvollziehbar geschrieben, was sich auch nicht durch einen soliden Lerman verdecken lässt. Das kreiert in einigen Szenen einen deutlichen Schwachpunkt des Films. Viel mehr überrascht ein Jon Bernthal positiv, da er seiner Figur die nötigen Charakterzüge verleiht und eine zum Teil widerliche und doch fabelhafte Performance abliefert. Auch Shia LaBeouf schafft es seine Rolle auszufüllen, ohne zu stören - was bei ihm nicht selbstverständlich ist.

Herz aus Stahl ist einen solider Actionfilm, der an vielen Stellen leider von einem zu klischeebetuchten Drehbuch heruntergezogen wird. Vor allem eine gute Kamera und einige tolle Darsteller machen noch das Beste aus dem Film und schaffen es am Ende doch, den Film trotz seiner vielen kleinen Mängel und Lücken interessant zu gestalten und an keiner Stelle langatmig wirken zu lassen. Somit bleibt der Streifen ein durchaus akzeptabler Kriegsfilm, der mit der Panzeroptik viele neue Eindrücke liefert, aber in Sachen Handlung und Substanz deutlich mehr hätte vertragen können.

Wertung: 6/10

Dieser Film stahl nicht mein Herz: Maxim Braun





Sonntag, 28. Dezember 2014

Planet der Affen: Prevolution (2011)

Affentheater in New York! Planet der Affen: Prevolution ist der erste Film der neuen Prequel-Reihe zum berühmten Klassiker Planet der Affen, in dem der intelligente Schimpanse Caesar einen Aufstand der Primaten anzettelt, um sich von der Tyrannei der Menschen zu befreien. Leider ist der Film nicht nur thematisch gesehen ziemlich affig:

Planet der Affen: Prevolution

Originaltitel: Rise of the Planet of the Apes
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2011
Regie: Rupert Wyatt
Haupt-Darsteller: Andy Serkis, James Franco, Freida Pinto, John Lithgow
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 105 Minuten
Kurzbeschreibung: In Planet der Affen: Prevolution erfahren wir die Vorgeschichte des Klassikers Planet der Affen, als James Franco einen hochintelligenten Schimpansen züchtet. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Planet der Affen: Prevolution stellt den Anfang der Planet-der-Affen-Geschichte dar und ist somit die Vorgeschichte zum Sci-Fi-Klassiker, in dem zwei Astronauten auf einem vermeintlich unbekannten Planeten landen, der von intelligenten Affen beherrscht wird. Dabei dreht sich die Geschichte um den jungen Wissenschaftler Will Rodman (James Franco), der an einem Mittel arbeitet um seinen alzheimerkranken Vater (John Lithgow) zu heilen und die Menschheit ein für alle Mal von dieser Krankheit zu befreien. Dabei gibt es einen gewaltigen Fehlschlag in Form eines ausbrechenden Affen und Will steht erst einmal alleine da, nur noch mit einem Schimpansenbaby, dass er beschliesst großzuziehen. Allerdings merkt Will erst als der junge Caesar (Andy Serkis) heranwächst, was für ein Potenzial wirklich in dem Primaten steckt, denn er scheint die Intelligenz seiner Artgenossen bei Weitem zu übertreffen und wächst zu einem extrem cleveren, wenn auch launischen Charakter heran. Es dauert nicht lange und Caesar bekommt aufgrund seiner Neugier die ersten Probleme mit seiner Umwelt...

Was für ein Chaos! Das ist der Gedanke der nach Planet der Affen: Prevolution wohl als Erster im Kopf bleibt. Und damit sei nicht nur das Chaos gemeint, dass die Affen am Ende in New York anrichten, nein auch filmisch ist das hier ein sehr wirres und fahriges Werk, das man hier zu sehen bekommt. Zunächst einmal besitzt der Film eines der schlechtesten Drehbücher, die ich in letzter Zeit zu einer ja eigentlich wirklich interessanten und so kreativ offenen Story gesehen habe. Er ist einfach voll von Momenten, die zwar etliche Fragen aufwerfen, doch nicht den Hauch eines Versuches machen, diese auch zu beantworten. Dabei lege ich mich natürlich nicht mit der Logik der Thematik an, die bei einem solch irrealen Film ja sowieso nicht oberste Priorität hat, sondern mit einer schieren Masse an weit hergeholten Entscheidungen um den Verlauf der Handlung zu lenken. 

So bleiben einerseits Momente in Erinnerung in denen uns simple Verbindungen fehlen, um die Figuren nachvollziehen zu können, und andererseits Szenen in denen versucht wird diese Verbindungen herzustellen, allerdings auf so stupide Weise, dass es durchaus schmerzhaft. Da blutet das Filmherz schon einmal, wenn die Charaktere ohne den Vorgang des Erstellens realistischer Herleitungen einfach immer genau wissen, was eigentlich vorgeht und man das als Zuschauer dann einfach vorgekaut schlucken soll, doch das geht gewaltig nach hinten los. So bleibt der Plot von Planet der Affen: Prevolution durchgehend interessant und der Film ist auch nicht wirklich langatmig oder gar fad, doch immer wenn man gerade versucht ihn wieder gerne zu haben, tritt er leider ins nächste Fettnäpfchen.

Dabei sei angemerkt, dass der Sci-Fi-Streifen einige von Regisseur Rupert Wyatt wirklich sehr gut umgesetzte Szenen besitzt, sowie auch welche, die tatsächlich mit guten Einfällen und Originalität punkten, aber eben andauernd durch das Skript überschattet werden. So entstehen zwar imposante Bilder und actiongeladene Szenen, die sich toll ansehen lassen, aber eben leider vom Gesamtbild des Streifens heruntergezogen werden. So auch eine grandiose Performance von Andy Serkis, der hier mit Hilfe von Motion-Capturing dem Affen Caesar ein gewaltiges und beeindruckend gespieltes Leben einhaucht und den Protagonisten somit zur eindeutigen Augenweide des Films macht. Die anderen Darsteller, wie James Franco und Freida Pinto, wirken leider an vielen Stellen dafür zu platt und einseitig gezeichnet und machen zudem seltsam konstruierte Charakterwandlungen durch, die auch nie wirklich weiter erklärt oder angesprochen werden.

Ach ist das ärgerlich! Wo ich immer wieder versuche mich von Planet der Affen: Prevolution abholen und begeistern zu lassen, schafft es der Film leider nur, mich in der Hinsicht zu beeindrucken, wie viele Fehler man doch in einem Drehbuch machen kann, obwohl der Rest doch teilweise wirklich stimmig wirkt. Zu viel Klischee, zu viel schlecht gekünstelte Storyverknüpfungen und zu wenig Überraschung erschaffen für mich leider am Ende einen Film, von dem ich nicht sagen kann, dass er meinem Geschmack entspricht. Für Sci-Fi-Fans oder Leute, die einfach auf die Story der Affen-Apokalypse stehen, mag hier möglicherweise noch was dabei sein, aber ich sehe hier nur ein ziemliches Durcheinander aus Ideen, die bedauerlicherweise relativ schlecht umgesetzt wurden. 

Wertung: 4/10

Will sich hier sicher nicht aus der Affäre ziehen: Maxim Braun




Sonntag, 21. Dezember 2014

Terminator 2 - Tag der Abrechnung (1991)

Arnie kehrt zurück als kolossale Kampfmaschine, die dieses Mal allerdings für die Menschen Partei ergreift und versucht den jungen John Connor vor einem neueren und viel stärkeren Terminator zu beschützen. Dieser Teil gilt als bester Terminator-Film und einer der besten Action-Filme aller Zeiten, doch besitzt er diesen Titel zurecht?

Terminator 2 - Tag der Abrechnung

Originaltitel: Terminator 2: Judgment Day
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 1991
Regie: James Cameron
Haupt-Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Edward Furlong, Robert Patrick
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 132 Minuten
Kurzbeschreibung: In James Camerons Action-Klassiker Terminator 2 kehrt Arnold Schwarzenegger als Kampfmaschine aus der Zukunft zurück, um einen Jungen vor seinem Modellnachfolger zu beschützen. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstören konnte, sind inzwischen 10 Jahre vergangen. Durch ihre unglaubliche Geschichte kam jene aber leider in die Psychiatrie und sitzt in der Klinik fest, während ihr Sohn John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergekommen ist. Die Maschinen haben unterdessen ihren Plan, John Connor davor aufzuhalten die menschliche Rebellion in der Zukunft anzuführen, nicht aufgegeben und schicken einen neuen Terminator des Modells T-1000 (Robert Patrick) zurück durch die Zeit um John als Kind zu eliminieren. Doch auch der zukünftige Connor kann wieder jemanden zurückschicken und programmiert einen Terminator des selben Models der schon damals Sarah umbringen sollte (Arnold Schwarzenegger) dazu um, John zu beschützen. Eine rasante Jagd nach John Connor und der Rettung der Zukunft der Menschheit beginnt.

Terminator 2 - Tag der Abrechnung setzt an vielen guten Stellen an, die man am ersten Teil noch bemängeln konnte. Eine noch interessantere Story mit noch mehr coolen Charakteren und vor allem endlich einem fantastischen Arnold Schwarzenegger, der fette Sprüche klopft und von Fall zu Fall einfach durch die Wand bricht, wenn mal wieder jemand sagt "Aber da gibt es doch keinen Durchgang!". Arnie ist hier in Höchstform und ich hab noch nie mehr Spaß dabei gehabt ihn vor der Kamera zu sehen als in diesem Film.

Gerade das macht den besonderen Humor des Films aus, der unbeschreiblich gut den damaligen Stil mit allerlei Coolness und Geballer verbindet. Die Action-Szenen sind alle brachial gut und immer, wenn Arnie eine Waffe in die Hand bekommt bahnt sich schon das Grinsen an, dass die darauf folgenden Szenen begleitet. Mit Robert Patrick ist außerdem ein Bösewicht an Bord, der so metallisch und kalt wirkt, aber gleichzeitig durch seine neuen Terminator-Fähigkeiten, mit denen er sein flüssiges Metall in allerlei Formen verwandeln kann, ein extrem gut inszenierter Gegner ist. Zwar sind die Special Effects vielleicht nicht mehr auf dem aller neusten Stand, doch bleiben sie schön anzusehen und stören nicht ein bisschen den Unterhaltungswert des Streifens.


Einen großen Anteil daran, dass dieser Film so viel besser ist als Teil 1, ist dann eben sicher auch, dass Schwarzenegger hier als "der Gute" dargestellt wird und seine Chemie zu Edward Furlong als junger John Connor einfach perfekt ist. Bis zum Ende bleibt auch die emotionale Komponente nicht aus und der Film schafft es sehr gut Humor und Ernst in Gleichgewicht zu halten. Somit bleibt er im Gegensatz zum Vorgänger einfach durchgehend spannend und fesselnd eben einschließlich jenem einfach perfekten Ende.

Hiermit kann ich also getrost sagen, dass Terminator 2 - Tag der Abrechnung einer der coolsten Action-Filme aller Zeiten ist und einem beim Schauen einfach unglaublich viel Spaß macht. Vor allem Schwarzenegger ist einfach der Sympathisant des Films und dadurch, dass er hier mehr Freiheiten bekommt, sowie der ganze Film auch an sich, ist der Streifen deutlich unterhaltsamer und sehenswerter als der erste Teil, sogar noch viel mehr als das. Dafür ein dickes Lob an James Cameron!

Wertung: 8/10

"I'll be back!" sagt: Maxim Braun




Terminator (1984)

James Cameron inszeniert den ersten Film mit Schwarzeneggers berühmtester Rolle, dem Terminator! Als meisterhafter Action-Klassiker gilt bis heute sein Auftakt des weltbekannten Sci-Fi-Franchises, doch funktioniert der Film auch heute noch so gut wie in den 80ern?

Terminator

Originaltitel: The Terminator
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr:1984
Regie: James Cameron
Haupt-Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Michael Biehn, Lance Henriksen
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 108 Minuten
Kurzbeschreibung: Mit Terminator schrieb Regisseur James Cameron Sci-Fi-Geschichte: Arnold Schwarzenegger ist der Terminator, der durch die Zeit zurück geschickt wird, um den zukünftigen Rebellenführer auszuschalten. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Im Jahr 2029 haben intelligente Maschinen die Herrschaft über den Planeten erlangt und die Menschheit versucht, vereint zu kleinen Widerstandgruppierungen, dem Roboter-Regiment standzuhalten. Um den letzten Widerstand um den starken Anführer John Connor zu brechen, entwickeln die Maschinen einen genialen Plan: Sie schicken einen Terminator (Arnold Schwarzenegger) zurück in die Zeit um Sarah Connor (Linda Hamilton) zu töten, bevor sie John Connor überhaupt zur Welt bringen kann. Dabei rechnen sie allerdings nicht mit dem Widerstandskämpfer Kyle Reese (Michael Biehn), welcher dem Terminator in die Vergangenheit folgt, um Sarah vor ihm zu finden und zu beschützen.

Terminator ist ein Film, der im Grunde sehr simpel gehalten ist. So gibt es weder eine große Handlung, noch wirklich viele Dialoge, was vor allem bei Schwarzenegger auffällt, der so gut wie gar nichts zu sagen hat, und meistens nur mit einem fiesen Gesicht durch die Gegend läuft und auf Leute schießt, die Connor heißen. So stupide das auch klingen mag, so macht es doch Spaß den Film zu sehen, eben vorrangig jene Szenen, in denen wir den Terminator in Aktion sehen und coole Schussgefechte und Kampfszenen zu sehen bekommen.

In der ersten Stunde nimmt der Film ziemlich schnell Fahrt auf und begeistert mit seinem interessanten Setting, leider hält sich das aber nicht über seine 108 Minuten und wenn Terminator versucht uns eine Liebesszene aufzutischen, welche zwar im Zusammenhang der Geschichte sehr interessant ist, allerdings doch schon sehr gekünstelt wirkt, erreicht der Film dann doch durchaus seine Längen. Auch anmerken kann man ihm inzwischen leider sein Alter, denn die Stop-Motion-Animationen gegen Ende des Films sehen... naja ehrlich gesagt schon ziemlich lächerlich aus.

Das soll einen aber keinesfalls davon abhalten seinen Spaß mit Terminator zu haben, welcher eben dann, wenn er mal auf Action-Sequenzen zurückgreift, wirklich innovativ ist und gut funktioniert. Dabei ist Schwarzenegger die Rolle natürlich auch auf den Leib geschrieben und er brilliert mit einzigartiger Coolness. Allerdings fehlen einem hier dann eben jene Sprüche für die die Action-Ikone bekannt wurde und auch in Sachen Spannungskurve ist Terminator weit von perfekt entfernt, so ist da insgesamt zu viel Rumgeheule und man merkt, dass der Film durch einige Szenen nur in die Länge gestreckt werden soll, um die dürftige Handlung zu erweitern.

Am Ende bleibt James Camerons Auftakt der Terminator-Reihe ein sehenswerter Action-Film mit einem gewohnt kaltschnauzigen Schwarzenegger, aber leider auch nicht mehr. An einigen Stellen merkt man dem Streifen sein Alter an, und dass wohl nicht ganz so viel Arbeit im Skript stekte, doch für einen unterhaltsamen Abend reicht das hier Dargebotene allemal. Den Klassikerstatus hat der Film durch seinen einzigartigen Stil sicher verdient, als Meisterwerk würde ich ihn jetzt aber doch nicht bezeichnen.

Wertung: 7/10

Hat noch einen Termin am Tor: Maxim Braun




Update: 18.10.2015 - Aufwertung von 6/10 auf 7/10 Punkten

Mittwoch, 5. November 2014

Mission: Impossible (1996)

Mission: Impossible. Schon beim Namen liegt mir der Agenten-Soundtrack in den Ohren und ich sehe wie sich Tom Cruise von der Decke abseilt und das alles ohne, dass ich den Film je wirklich gesehen habe. Natürlich musste ich das jetzt mal nachholen:

Mission: Impossible

Originaltitel: Mission: Impossible
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr:1996
Regie: Brian de Palma
Haupt-Darsteller: Tom Cruise, Jon Voight, Emmanuelle Béart, Jean Reno
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 110 Minuten
Kurzbeschreibung: Im ersten Film der weltweit bekannten Actionreihe muss Agent Ethan Hunt alles aufs Spiel setzen, um einen Maulwurf in den Reihen der CIA aufzuspüren. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Die Geschichte beginnt mit einem Auftrag höchster Dringlichkeit: Die Spezialeinheit IMF (Impossible Mission Force) soll einen Verräter der CIA in Flagranti erwischen, während dieser versucht geheime Dateien zu stehlen, die dem Besitzer die Identitäten aller CIA-Agenten die in Osteuropa im Einsatz sind verraten. Doch bei der Festnahme geht einiges schief und auf einmal ist Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) auf sich alleine gestellt. Als sich dann herausstellt, dass die ganze Aktion von Anfang an nur der Suche nach einem Maulwurf innerhalb der CIA diente und nun Hunt im Visier der Ermittlungen steht, muss der Agent sich schleunigst beeilen seine Unschuld zu beweisen und die Personen zu finden, die ihm hier versuchen etwas anzuhängen.

Ich habe schon oft genug festgestellt, dass Tom Cruise ein heikles Thema sein kann.
Manche Leute kritisieren ihn wegen seiner Mitgliedschaft bei den Scientologen, manche behaupten, er könne einfach nicht schauspielen, oder sei eine nervige Persönlichkeit, andere mögen ihn eben einfach nicht. Ich will ehrlich sein, ich kenne ihn nicht, ich weiß nicht wie er tickt und woran er glaubt, aber vor der Kamera gefällt er mir fast immer gut. Cruise macht mir in der Regel viel Spaß, auch hier wieder. Ich finde es ist falsch ihn als schlechten Schauspieler zu bezeichnen, so hat er schon in einigen seiner Rollen (z.B.: Tropic Thunder, Collateral, Interview mit einem Vampir) bewiesen, dass er durchaus facettenreich spielen kann. Natürlich ist das was er hier abliefert keine oscarreife Glanzleistung, aber für einen Actionfilm durchaus solide und sympathisch anzusehen.


Der Film selbst hat einen super Soundtrack (dübdüb dada dübdüb dada NaNaNa! NaNaNa! NaNaNa! Dadüb!) und einige schöne Effekte. Das Cast ist insgesamt mit ein paar weiteren Größen besetzt, wie zum Beispiel Jean Reno, und funktioniert super. Desweiteren hat der Film einen ziemlich interessanten Handlungsstrang, der im Verlauf des Films auch noch um einiges verzwickter wird und vor allem auch noch einige Twists auf Lager hat, die zum Teil echt gut zünden. DOCH:

Mir ist da viel zu wenig Gefühl drin! Und damit meine ich jetzt nicht, dass ich mir ein paar Heulsequenzen gewünscht hätte nein, ich meine, dass Mission: Impossible weder wirklich auf Aktion setzt, noch auf viel Spannung oder Humor. Aber was bleibt denn dann? Ein Mischmasch aus allem und irgendwie doch aus nichts (Mischen wohl doch nicht so impossible...). Ein paar nette Lacher zünden, die Coolness-Aura hat Cruise natürlich drauf, aber so richtigen Witz und coole Agentensprüche lässt der Film aus. Die Actionsequenzen sind sehr selten vorzufinden und enden in einem Finale, dass mir persönlich wirklich zu affig war, und dass ich nicht als gutes Action-Feuerwerk werte. Und eben auch jene so wichtige Spannung ist nur in wenigen Teilen des Films vorzufinden - so ist zwar jene berühmte Szene, in der sich Hunt von der Decke abseilt, wirklich toll gemacht und spannend, doch bleibt sie leider eben auch irgendwie die einzige Szene des Films, die das für mich wirklich schafft.

Insgesamt ist Mission: Impossible also am Ende irgendwie... Naja nicht schlecht aber auch nicht so nah an "gut" dran, dass ich sagen würde, ich würde ihn mir ohne Widerstreben gerne weitere Male ansehen. Für Fans der Reihe, Tom Cruise oder generell von Action-Filmen ist bestimmt auch hier wieder nicht so viel zu meckern, wie ich alte Nervensäge das zu tun pflege und ich werde mal wieder die Hoffnung auf die Fortsetzungen setzen und darauf, dass diese mir mehr Spaß machen werden, aber das hier hat mir nicht so gut gefallen.

Wertung: 5/10
Hat jetzt erstmal eine geheime Cocktail-Mission: Maxim Braun




Sonntag, 2. November 2014

Iron Man (2008)

Stahlharter Streifen oder reif für die Schrottpresse? Iron Man ist in aller Munde und man kommt kaum an dem Film vorbei wenn man über die letzten Jahre Kinogeschichte spricht, also hab ich mir endlich ein Herz aus Stahl gefasst und ihn angesehen.

Iron Man

Originaltitel: Iron Man
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2008
Regie: Jon Favreau
Haupt-Darsteller: Robert Downey Jr., Terrence Howard, Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 120 Minuten
Kurzbeschreibung: Nicht jeder Held braucht Superkräfte – nur den Kopf eines futuristischen Erfinders und das Geld eines Multimilliardärs. Robert Downey Jr. gibt den Iron Man alias Tony Stark im ersten Teil der Comic-Verfilmung von Jon Favreau. (Quelle: Moviepilot.de)

Kritik:

Zum Inhalt, muss ich hier noch viel schreiben, oder bin ich mal wieder einer der letzten Menschen, die einen Hype verpasst haben den Marvel in den letzten Jahren aufgebaut hat und der Robert Downey Jr. einen gewaltigen Karrierepush geschenkt hat? Ich versuchs natürlich trotzdem: Es geht um Stark, Tony Stark um genau zu sein. Dieser ist Multi-Ganzvielgeldbesitzer und mit seiner Firma "Stark Industries" der größte und wichtigste Waffenlieferant der USA. Bei einem Waffentestlauf, bei dem er seine neusten Spielzeuge demonstriert, wird er lebensgefährlich von Granatsplittern verletzt und von einer Gruppe von Terroristen entführt. Als wär das nicht schon genug Stress für einen Tag wollen diese dann auch noch von ihm, dass er ihnen sein neuestes Raketen-Waffen-Bummpängknall-System nachbaut. Zu seinem Glück ist Stark nicht der einzige Gefangene der Terror-Organisation und wird vom rätselhaften Yinsen verarztet, der ihm einen Magneten ins Herz pflanzt, welcher verhindert, dass die Granatsplitter weiter in seinen Körper eindringen und ihn letztlich töten. Zusammen mit jenem baut er statt der Waffe einen metallischen Kampfanzug mit dem ihm die Flucht aus dem Lager gelingt. Wieder zu hause begreift Stark in was für Geschäften er da eigentlich steckt und bekommt es mit neuen Intrigen und Gefahren zu tun...

So weit so gut, oder nicht? Der Aufhänger ist bei weitem nicht der schlechteste der Comic-Superheldenwelt, sogar ziemlich interessant, doch schafft der Film es trotzdem für mich nie seine Story als sehenswert zu verkaufen. Zu oft hat das Skript hier für mich Lücken und dort komisch erzwungene, oder gar sehr vorhersehbare Dialoge und Wendungen die mich wirklich nicht aus der Versenkung holen. Ich will mich hüten hier viel vorweg zu nehmen, auch wenn ich fast schon davon ausgehe, dass dieser Film inzwischen sowieso jedem außer mir bekannt ist, aber die Entwicklung die ungefähr ab der Mitte des Films zeigt wer der wahre Antagonist des Filmes wird ist aus meiner Sicht weder originell, noch gut gemacht. Gewisse Personen erscheinen mir von Anfang bis Ende suspekt und irrational handelnd - dazu tragen vor allem einige Szenen bei, in denen Stark's treue Assistentin Pepper (Gwyneth Paltrow) einfach nur rumsteht und Däumchen drehen spielt während ein riesiger Kampfroboter aus dem Asphalt vor ihr donnert. 

Jene Gwyneth Paltrow bereitet mir desweiteren auch nicht nur beim Schreiben ihres Namens Bauchschmerzen (Gwinne Petrol, ne? Whynet Pethrwo, auch nicht? Gwztwib Pezrzrl, ach vergiss es...), sondern auch so ziemlich jedes mal, wenn sie vor der Kamera steht. Ich sage es klipp und klar: In diesem Film gefällt sie mir ganz und gar nicht. Es gibt durchaus Szenen in denen mir das leichte Funkenfliegen zwischen Pepper und Stark gefällt - ein gutes Beispiel ist die, in dem sie für ihn in ihn geht (also ihm mal kräftig ins Herz greift... also, lassen wir das...) - doch in weiten Teilen des Filmes halte ich sie für deplatziert. Auch von Jeff Bridges hab ich mehr erwartet. Es war ungewöhnlich genug den Dude jetzt als kahlköpfigen Waffenhändler zu akzeptieren, da war es noch seltsamer, dass er zur unnachvollziehbarsten Person des Films wird die gegen Ende einfach nur noch sinnlos blöd wird, was aber wieder eher am Skript liegt und nicht an Ihrer Dudeheit.

Robert Downey Jr. dagegen ist stark. Also jetzt im Ernst er ist Tony Stark. Wenn Sie an dieser Stelle aufhören wollen zu lesen, weil Sie keinen blöden Gag mehr von diesem penetrant abnerfenden Autoren ertragen, kann ich vermutlich froh sein, dass Sie überhaupt so weit gekommen sind... Was ich eigentlich sagen will ist, dass Robert Downey Jr. in seiner Rolle als einziger voll aufgeht. Das dafür aber umso besser! Er funktioniert als Tony Stark wie es vermutlich kein anderer getan hätte und spielt ihn hier, als würde man ihn einfach bei seinem normalen Alltagsgeschehen filmen. Einige Gags und coole Sprüche, einige Flirts und Runden am Glücksspieltisch und man weiß genau, der Kerl hat es drauf. Doch leider schafft es selbst ein toller Downey Jr. hier nicht den Film für mich sehenswert zu machen. Ich hätte mir entweder eine höhere Gagdichte und mehr Action gewünscht, oder dass man mehr über die Hintergrundgeschichte von Tony Stark erfährt bzw. mehr auf den Bau des Anzugs eingeht, denn jener Mittelteil in dem er seine Ausrüstung langsam aufbaut, war für mich am unterhaltsamsten.

Auch das Ende schafft es schließlich leider nicht den Film für mich zu retten: Zu viel dümmliche Dialoge, keine gute Action und allzu typische Fehler des Gegenspielers lassen mich gelangweilt auf dem Sofa zurück, wo ich mich nur frage: "Schade, aber warum?". Als Fazit finde ich den Film persönlich weder überzeugend noch sehr unterhaltend. Zu viele Stellen stören mich an Marvels Superheldenstreifen und zu wenige Szenen machen mir Lust und Hoffnung auf die beiden folgenden Iron-Man-Filme, die ich noch nicht kenne. Ich kann verstehen, dass Superhelden-, Comic- oder einfach nur Action-Fans hier durchaus auf ihre Kosten kommen können, ich tue es allerdings leider nicht. Aber egal, wer rastet der rostet und deshalb will ich die Fortsetzungen mal nicht direkt aufgeben, sondern vielleicht darauf hoffen, dass diese nicht ganz so langweiliges Blechkino für mich werden...

Wertung: 5/10

Für jeglichen Hate verantwortlich zu machen: Maxim Braun




Samstag, 1. November 2014

The Fighter (2010)

Hallo und ein herzliches Willkommen zur ersten Filmrezension auf diesem bescheidenen Blog *trööööt*, doch ohne mich hier jetzt einer langen Begrüßung zu widmen möchte ich gerne gleich loslegen und deshalb Manege frei für:

The Fighter

Originaltitel: The Fighter
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2010
Regie: David O. Russel
Haupt-Darsteller: Mark Wahlberg, Christian Bale, Amy Adams, Melissa Leo
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 116 Minuten
Kurzbeschreibung: In The Fighter muss Boxer Mark Wahlberg sich zwischen seiner White Trash Familie um Junkie-Bruder Christian Bale und seiner Karriere entscheiden. (Quelle: Moviepilot.de)

Kritik:

In The Fighter geht es um Micky Ward (Mark Wahlberg), der in der Welter-Gewichtsklasse boxt, aber in den letzten Kämpfen immer wieder Niederlagen einstecken musste. Trainiert wird er von seinem älteren Bruder Dickie (Christian Bale), welcher eine Berühmtheit in der Kleinstadt Lowell ist, da er in seiner damaligen Boxerkarriere einen legendären Kampf gegen den berühmten Sugar Ray Lenord bestritt. Doch ist dieser auch dafür bekannt den ganzen Tag in suspekten Wohngemeinschaften herumzuhängen und Crack zu rauchen, anstatt seinem Bruder beizustehen. Gemanagt wird Micky von seiner Mutter Alice (Melissa Leo), die ihn allerdings immer hinter ihren Lieblingssohn Dickie zu stellen scheint. Im weiteren Verlauf lernt er die junge und attraktive Charlene (Amy Adams) kennen, die in ihm neues Selbstvertrauen aufbaut, worauf ihm eine schwere Entscheidung zwischen Karriere und Familie bevorsteht...

Zunächst mal, der Film macht wirklich Spaß: Er ist locker, teilweise sogar erfrischend und verläuft sich nicht in sport-dramatische Klischee-Momente, sondern bleibt stets sehenswert und aufregend. The Fighter hat weder einen wirklich anspruchsvollen Plot - allerdings sollte erwähnt werden, dass er auf der echten Geschichte von Boxer Micky Ward beruht - , noch gibt es wirklich viele Szenen an die man sich im Nachhinein noch lange erinnert, dennoch ist er seine fast zwei Stunden Laufzeit durchgehend unterhaltsam und kurzweilig. 

Vor allem schauspielerisch sticht bei The Fighter einiges hervor. Mark Wahlberg gibt hier eine sehr solide Hauptrolle ab, in der er beweist, dass er nicht nur der Action-Star ist für den er oft gehalten wird sondern, dass er auch durchaus gute Schauspielfähigkeiten besitzt. Doch ich will mich nicht lange mit Wahlberg aufhalten, denn man muss ehrlich sagen ihm wird die Show hier von allen Seiten gestohlen. Amy Adams ist hier mal wieder super und macht aus einer relativ langweiligen und gewöhnlichen Rolle eine tolle Performance, die ihr zurecht eine Nominierung für einen Academy-Award einbrachte. Jener Oskar für die beste Nebendarstellerin wurde ihr allerdings weggeschnappt von der grandiosen Melissa Leo, welche hier eine sehr starke Leistung als aufgebrachte und aufmerksamkeitsbedürftige Mutter abgibt, die unserem Hauptcharakter immer wieder Vorwürfe macht. 


Der wahre Star des Films ist aber klipp und klar der fantastische Christian Bale. Nicht zu Unrecht hat auch er für diesen Film einen Oskar bekommen, als bester Nebendarsteller, denn er ist mehr als nur überzeugend. Erneut zeigt der ambitionierte Brite dem Publikum, dass man ihn als einen der aktuell besten Charakterdarsteller der Schauspielbranche auf keiner Liste vergessen sollte. Seine aufgedrehte Darstellung des drogenabhängigen Ex-Boxers ist der interessanteste Act des ganzen Films denn Bale geht grandios in seiner Rolle auf.

Der Film bekommt es insgesamt gut hin den Zuschauer an der Stange zu halten und liefert vor allem am Ende auch noch einiges an Spannungsmomenten ab, vielleicht hätte es ihm aber auch gut getan noch etwas mehr auf die Dramatik der Beziehungen einzugehen die zum Großteil eher oberflächlich behandelt werden. Insgesamt ist der Streifen auf jeden Fall sehenswert, allein schon wegen eines beeindruckend starken Casts. Die große Sensation bleibt aus, doch das sollte einen auf keinen Fall dabei stören Spaß mit diesem Film zu haben.

Wertung: 7/10

Maxim Braun