Von Kritikern zerrissen und von Romanlesern verhasst machte sich die Buchadaption Kind 44 schnell unbeliebt bei der breiten Kinogängermasse. Die Probleme des Films stellen sich als offensichtlich heraus, und bescheren selbst bei niedrigen Erwartungen eine kleine Enttäuschung.
Kind 44
Originaltitel: Child 44
Produktionsland: Tschechoslowakei / Großbritannien / Rumänien / USA Veröffentlichungsjahr: 2015 Regie: Daniel Espinosa Haupt-Darsteller: Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman, Joel Kinnaman Altersfreigabe: FSK 16 Laufzeit: 138 Minuten Kurzbeschreibung: In der Bestsellerverfilmung Kind 44 muss Tom Hardy als
Geheimpolizist einen Serienmörder aufspüren, den es in Stalins
Sowjetunion gar nicht geben darf. (Quelle:
Moviepilot.de)
Kritik:
Wir befinden uns in der Sowjetunion und folgen unserem Hauptcharakter Leo (Tom Hardy), der für Stalins Geheimpolizei als treuer Fahnder des Staats arbeitet. Nachdem seine Frau Raisa (Noomi Rapace) des Hochverrats beschuldigt wird, müssen die beiden aus Moskau verschwinden und Leo wird degradiert. Schnell stößt ihm eine Reihe an Kindermorden ins Auge, die ihn schon in Moskau begegneten. Obwohl jeder der Morde einzeln meist als Unfall abgeschoben wurde, glaubt er, hinter all dem einen Zusammenhang zu sehen.Doch in einem System, in dem Verbrechen offiziell nicht existiert,
macht sich jeder, der von Serienmördern spricht, zum Staatsfeind.
Stimmig kommt Kind 44 zunächst daher und baut schnell eine schwermütige Atmosphäre und schmutzige Optik auf, die sich durch den gesamten Stil des Films und vor allem auch durch seine Musik zieht. Die sowjetische Ideologie wird hier durchaus interessant dargestellt und in eine ansehnliche Thematik eingebettet, doch die für einen Thriller nun einmal nötige Spannung bleibt weitestgehend aus. Der Film schafft es leider nie seine richtige Linie zu finden und zieht sich zu sehr in die Länge.
Zwar gefällt das Setting, doch der Film schafft es an keiner Stelle rund zu wirken, da er seine verschiedenen Handlungsstränge nicht linear erzählt, sondern verwirrend sprunghaft ist. So taumelt der Film über die ganze Laufzeit zwischen einem Krimi und einem politischen Drama, ohne je wirklich eines der beiden Genres zu erreichen. Hätte man sich mehr auf einen der Storyteile fokussiert, andere vielleicht ganz weggelassen, so wäre der Film sicher deutlich harmonischer gewesen.
Auch fehlen große Teile der Hintergrundgeschichte im Drehbuch, die uns die Figuren eigentlich nahe führen sollten. Viele Charaktere handeln ohne kenntliche Motivation, man hätte viel größere Teile des Films für die Vergangenheit seiner Pro- und Antagonisten verwenden sollen. Tolle Schauspieler wie Tom Hardy und Gary Oldman holen aus den relativ platten Rollen noch das Bestmögliche heraus.
Kind 44 ist sicher kein Totalausfall, verschenkt jedoch sehr viel von seinem Potenzial. Wo die dramatische Geschichte rund um ein politisches System und gleichzeitig die einer schrecklichen Mordserie erzählt werden will versagt der Film dabei die interessanten Aspekte der Genres zu verbinden. Wertung: 5/10 Hat kein Kind im Ohr: Maxim Braun
George Miller hat mit Mad Max: Fury Road nach genau 30 Jahren endlich den vierten Film seiner mittlerweile etwas staubigen Actionreihe gedreht. Sehr viele Probleme hielten die Produktion des Films auf, doch die Stimmen der Leute nach den ersten Trailern waren überwältigend gut. Schafft es Mad Max dem Hype gerecht zu werden?
Mad Max: Fury Road
Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Produktionsland: Australien Veröffentlichungsjahr: 2015 Regie: George Miller Haupt-Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne Altersfreigabe: FSK 16 Laufzeit: 121 Minuten Kurzbeschreibung: Das Reboot Mad Max: Fury Road ist der Auftakt zu einer neuen
Trilogie um den postapokalyptischen Outlaw, der diesmal von Tom Hardy
gespielt wird. (Quelle:
Moviepilot.de)
Kritik:
Max Rockatansky (Tom Hardy) ist ein Outlaw. Er hat gelernt mit den Bedingungen der neuen postapokalyptischen Welt zurechtzukommen wie kein Zweiter. Das heißt in erster Linie, niemandem vertrauen, an sein eigenes Überleben denken und niemals Hoffnung zulassen, die einen doch nur schwächt. In solch einer grausamen Welt muss er leben; muss er überleben. Die anderen Leute interessieren ihn im Normalfall nicht. Doch, was ist schon normal? Nachdem Max von einer Gruppe von verrückten Gesetzlosen gefangen genommen und zur Blutkonserve ernannt wird, schafft er es, sich bei der Jagd auf die abtrünnig gewordene Imperator Furiosa (Charlize Theron), die ganz besondere Ware an Bord hat, zu befreien. Einzelgänger Max muss sich gegen seinen Willen mit der kampfbegabten Frau verbünden, doch niemand weiß genau, wohin ihr weg sie führt...
Mad Max: Fury Road lebt von seinem Hype. Die fantastisch geschnittenen Trailer gaben den Zuschauern rasante Einblicke in benzingeladene Action-Szenen voller Feuer und Sand. Wie der Trailer schon vermuten und hoffen ließ, ist der Film selbst wirklich eine einzige wilde Verfolgungsjagd. George Miller bietet uns fantastisches und detailverliebtes Action-Kino, wie es viele Blockbuster der letzten Jahre vermissen ließen. Wenn hier ein Fahrzeug explodiert, dann nicht einfach in einer gewaltigen Michael-Bay-Wolke aus CGI, sondern mit ruppiger handgemachter Schlagkraft und einer schön dreckigen Detonation. Natürlich setzt auch Miller auf Special Effects, doch es fällt sehr positiv auf, wie er seine Action an den richtigen Stellen so greifbar und schmutzig wie möglich inszeniert.
Zu der pulverisierenden Inszenierung kommt ein harter und kerniger Soundtrack, und es dauert nicht lange, da fängt das eigene Blut an sich in Benzin zu verwandeln. Durch einige sehr amüsante und ausgefallene Tricks, der auch schon im Trailer zu sehen war, wird die Musik nicht nur zum Begleiter des Films, sie findet auch im Film selbst statt. Unterhaltung ist somit voll und ganz geboten. Durch das blanke Chaos, das den Film komplett dominiert hat George Miller auch genug Mut sich Storylücken zu erlauben. Schade ist, dass er hier nicht auf seiner Spur bleibt, die Story weitestgehend gar nicht stark zu beleuchten, sondern von Zeit zu Zeit versucht uns durch Vorgeschichten näher an die Charaktere heranzubringen. Dies funktioniert leider nur schwerlich. Die Handlung schafft es nicht die Gefechte relevant auszugleichen und fungiert somit eher als nerviger Beiwagen für die explosive Action-Rallye.
Wo der Streifen an manchen Stellen wie bereits erwähnt etwas die Strenge vermissen lässt, ist er trotzdem mit vielen seiner Figuren weitestgehend gnadenlos heftig. Mad Max wird vor allem zu Anfang keineswegs als Held dargestellt, er ist eben das, was er ist: Der verrückte Max. Hervorragend porträtiert von einem robusten Tom Hardy, der wie gemacht für die Rolle ist. Es braucht nicht viel mehr als einige Hm und Hmhms und schon weiß der Zuschauer: Hardy ist nicht in diesem Film um viel zu sagen. Im Grunde ist er nicht mal die wirkliche Hauptfigur des Films, denn neben Charlize Therons wirklich bemerkenswerter Performance rückt er immer mehr als der stille Mann für die schmutzigen Jobs in den Hintergrund. Theron reißt den Film trotz einer unbefriedigend gezeichneten Rolle an sich und lässt so schnell auch nicht los.
Am Ende ist Mad Max: Fury Road ein knapper Dämpfer auf einem hoch angesetzten Niveau. Die eher mitgeschleifte Handlung soll von der durchgehend rasend überspitzten Action in den Hintergrund rücken, macht leider aber vor allem gegen Ende störend auf sich aufmerksam. Wer das ausblenden kann, wird mehr als gut bedient, doch ein bleibender Eindruck lässt sich leider vermissen. Trotz der negativen Aspekte nimmt der Film eine gewichtige Stellung im aktuellen Action-Genre ein und lässt einiges an Potenzial für kommende Mad-Max-Teile übrig, die uns hoffentlich noch erwarten werden.
Wertung: 7/10
Mäht Max den Actionfilm-Rasen? Ja, behauptet: Maxim Braun