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Freitag, 17. Juli 2015

Southpaw (2015)

Der Boxfilm Southpaw macht nichts neu, glänzt aber mit toll inszenierten Kampfszenen und bemerkenswerten Leistungen von Jake Gyllenhaal und Forest Whitaker.

Southpaw

Originaltitel: Southpaw
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Antoine Fuqua
Haupt-Darsteller: Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Rachel McAdams, Naomie Harris
Altersfreigabe: n.n.b.
Laufzeit: 123 Minuten
Kurzbeschreibung: In Antoine Fuquas Boxerdrama Southpaw kämpft sich Jake Gyllenhaal als unorthodoxer Boxer bis an die Spitze, während um ihn herum sein Leben allmählich aus den Fugen gerät. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik auf Filmfutter.com

Dienstag, 7. Juli 2015

Kind 44 (2015)

Von Kritikern zerrissen und von Romanlesern verhasst machte sich die Buchadaption Kind 44 schnell unbeliebt bei der breiten Kinogängermasse. Die Probleme des Films stellen sich als offensichtlich heraus, und bescheren selbst bei niedrigen Erwartungen eine kleine Enttäuschung.

Kind 44

Originaltitel: Child 44
Produktionsland: Tschechoslowakei / Großbritannien / Rumänien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Daniel Espinosa
Haupt-Darsteller: Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman, Joel Kinnaman
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 138 Minuten
Kurzbeschreibung: In der Bestsellerverfilmung Kind 44 muss Tom Hardy als Geheimpolizist einen Serienmörder aufspüren, den es in Stalins Sowjetunion gar nicht geben darf. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Wir befinden uns in der Sowjetunion und folgen unserem Hauptcharakter Leo (Tom Hardy), der für Stalins Geheimpolizei als treuer Fahnder des Staats arbeitet. Nachdem seine Frau Raisa (Noomi Rapace) des Hochverrats beschuldigt wird, müssen die beiden aus Moskau verschwinden und Leo wird degradiert. Schnell stößt ihm eine Reihe an Kindermorden ins Auge, die ihn schon in Moskau begegneten. Obwohl jeder der Morde einzeln meist als Unfall abgeschoben wurde, glaubt er, hinter all dem einen Zusammenhang zu sehen.Doch in einem System, in dem Verbrechen offiziell nicht existiert, macht sich jeder, der von Serienmördern spricht, zum Staatsfeind.

Stimmig kommt Kind 44 zunächst daher und baut schnell eine schwermütige Atmosphäre und schmutzige Optik auf, die sich durch den gesamten Stil des Films und vor allem auch durch seine Musik zieht. Die sowjetische Ideologie wird hier durchaus interessant dargestellt und in eine ansehnliche Thematik eingebettet, doch die für einen Thriller nun einmal nötige Spannung bleibt weitestgehend aus. Der Film schafft es leider nie seine richtige Linie zu finden und zieht sich zu sehr in die Länge.

Zwar gefällt das Setting, doch der Film schafft es an keiner Stelle rund zu wirken, da er seine verschiedenen Handlungsstränge nicht linear erzählt, sondern verwirrend sprunghaft ist. So taumelt der Film über die ganze Laufzeit zwischen einem Krimi und einem politischen Drama, ohne je wirklich eines der beiden Genres zu erreichen. Hätte man sich mehr auf einen der Storyteile fokussiert, andere vielleicht ganz weggelassen, so wäre der Film sicher deutlich harmonischer gewesen.

Auch fehlen große Teile der Hintergrundgeschichte im Drehbuch, die uns die Figuren eigentlich nahe führen sollten. Viele Charaktere handeln ohne kenntliche Motivation, man hätte viel größere Teile des Films für die Vergangenheit seiner Pro- und Antagonisten verwenden sollen. Tolle Schauspieler wie Tom Hardy und Gary Oldman holen aus den relativ platten Rollen noch das Bestmögliche heraus.


Kind 44 ist sicher kein Totalausfall, verschenkt jedoch sehr viel von seinem Potenzial. Wo die dramatische Geschichte rund um ein politisches System und gleichzeitig die einer schrecklichen Mordserie erzählt werden will versagt der Film dabei die interessanten Aspekte der Genres zu verbinden.

Wertung: 5/10

Hat kein Kind im Ohr: Maxim Braun





Die Frau in Gold (2015)

Helen Mirren schlüpft in Die Frau in Gold in die Rolle von Maria Altmann, eine Frau die versuchte ein wertvolles Erbstück aus den Händen des österreichischen Staats zurückzubekommen. Eine interessante Geschichte, die leider in einem dürftigem Film umgesetzt wurde.


Die Frau in Gold

Originaltitel: Woman in Gold
Produktionsland: Großbritannien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Simon Curtis
Haupt-Darsteller: Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Katie Holmes
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: 107 Minuten
Kurzbeschreibung: Helen Mirren meldet in Die Frau in Gold ihren Anspruch auf ein Klimt-Gemälde an und engagiert dafür Anwalt Ryan Reynolds. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Die aus Österreich stammende Maria Altmann (Helen Mirren) hat eine mehr als bewegte Vergangenheit hinter sich. Aus einer jüdischen Familie stammend musste sie ihre Heimat verlassen, als die Nationalsozialisten eine immer größere Bedrohung darstellten. Inzwischen wohnt die 80-Jährige in den USA und betreibt ein eigenes kleines Geschäft, doch ihre Vergangenheit verfolgt sie. Eines Tages setzt sie sich in den Kopf ein Gemälde, das die Nazis ihrer Familie 1940 entwendet haben zurückfordern zu wollen. Problem an der Sache ist, dass das Bild der "Frau in Gold" zu einem Kunstschatz für die Wiener Galerie geworden ist und diese es unter keinen Umständen herausrücken wollen. Mithilfe des jungen Anwalts Randol (Ryan Reynolds) reist sie trotzdem nach Österreich, um das ihr rechtlich zustehende Familieneigentum einzufordern.

Stilistisch wirkt Die Frau in Gold zunächst wirklich schön. Vor allem die österreichischen Kulissen sind gut getroffen und werden zum Teil mit feinen Lichteffekten untermalt, was manche Szenen wirklich schön zu betonen weiß. Trotzdem bleibt die Atmosphäre des Films über weite Teile sehr steril und blank. Hans Zimmers schöner aber unauffälliger Soundtrack nimmt den Zuschauer an die Hand, und will gemeinsam mit ihm in den Film tauchen, aber ein leider insgesamt ziemlich unstimmiges Konzept verweigert dem Beobachter am Geschehen teilzuhaben.

Und dabei ist das Schauspielensemble großartig. Neben Helen Mirren, Ryan Reynolds und Katie Holmes sind es auch viele Darsteller aus dem deutschen Raum, die versuchen Akzente zu setzen. Unter anderem sind Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu und Tom Schilling in Nebenrollen zu sehen. "Ein gutes Cast macht bekanntermaßen jedoch noch keinen guten Film" ist bedauerlicherweise ein Satz, der sich perfekt auf diesen Film anwenden lässt. Viele der Schauspieler wie Helen Mirren und Ryan Reynolds spielen wirklich gut, harmonieren jedoch einfach nicht miteinander. Das Drehbuch gibt den Charakteren kaum Möglichkeiten zusammenzuwachsen, die Figuren sind zum Großteil überzeichnet, oder werden (wie im Falle von Daniel Brühls Figur) einfach wahllos in den Film geworfen.


Das sehr dürftige Drehbuch spiegelt sich auch in den Dialogen des Films wieder. Zwar tut der Wechsel zwischen englischer und deutscher Sprache durchaus gut, doch sind die meisten Unterhaltungen so belanglos, dass sie den Film nur in die Länge ziehen. Auf die banalste Weise wird versucht Humor im Dialog einzubauen, auf den der Zuschauer genau so gelangweilt reagiert wie die Schauspieler. Zwar kann dieser Film eine schöne Geschichte und sogar eine beachtenswerte Intention sein Eigen nennen, doch muss er sich auch eingestehen, auf eine sehr interessante Leinwand ein plumpes Werk gekleistert zu haben.

Die Frau in Gold ist ein Film, wie er mittelmäßiger leider kaum sein könnte. Eine tolle Besetzung versucht auszubessern, was ein einfallsloses Drehbuch verbrochen hat, schafft es aber insgesamt nicht das Erlebnis auf ein gutes Unterhaltungslevel hochzuhieven. Deutlich mehr Potenzial steckt in der eigentlichen Geschichte und dem Team hinter dem Film, doch so einiges ist schiefgegangen, dass dies schließlich das Ergebnis ist.

Wertung: 5/10

Es ist nicht alles Gold was glänzt: Maxim Braun




Dienstag, 16. Juni 2015

Jurassic World (2015)

Der Park ist wieder eröffnet! Der Jurassic Park kehrt mit Jurassic World unter Regie von Colin Trevorrow auf die Kinoleinwand zurück und züchtet einen Dinosaurier herauf, der mal wieder die ganze Insel unsicher macht. Schafft der Film es an den alten Filmklassiker anzuschließen?

Jurassic World

Originaltitel: Jurassic World
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Colin Trevorrow
Haupt-Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Jake Johnson, Irrfan Khan
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 125 Minuten
Kurzbeschreibung: Jurassic Park IV: Jurassic World – Die Dinos sind zurück und Colin Trevorrow übernimmt die Regie. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Seit einigen Jahren schon ist auf Islar Nublar John Hammonds Traum endlich zur Realität geworden: Der Jurassic Park, ein Vergnügungspark voller lebender Dinosaurier, ist eine der größten Attraktionen auf der Welt und lockt Besucher von überall an sich die prähistorischen Echsen aus der Nähe anzusehen. Alles scheint gut zu laufen, bis ein gänzlich neuer Dinosaurier, der furchteinflößender und gefährlicher als alles zuvor entworfen wurde, ausbricht und sein Unwesen im Park treibt. Nun liegt es an Verhaltensforscher Owen (Chris Pratt) und der Parkverwalterin Claire (Bryce Dallas Howard) das monströse Tier zu stoppen, bevor sich die Katastrophe vom Jurassic Park weiderholt.

Jurassic World ist ein anderer Film, als sein originales Vorbild Jurassic Park, macht aber dennoch viel Spaß. Wer sich perfekt auf den Film einlassen will, darf hier nicht viel mehr erwarten als einen kurzweiligen Blockbuster, der wenig auf Figurenzeichnung und dafür umso mehr auf optische Schauwerte und spannende Action setzt. Zwar werden in einigen Szenen schöne Anspielungen an den ersten Film von Steven Spielberg eingesetzt, die durchaus einen starken Nostalgie-Effekt besitzen, doch der Film selbst versucht erst gar nicht, aus dem Schatten seines Ursprungs zu treten. Lieber bietet er ein Unterhaltungsfeuerwerk voller grandiosem Humor, der vor allem durch Darsteller wie Chris Pratt und Jake Johnson toll über die Bühne gebracht wird.

Vor allem in seinem Aufbau zeichnet sich Colin Trevorrows Film durch seinen gekonnten Witz und seine Lässigkeit aus und bietet schönes Popcorn-Kino, bei dem man auch gerne bereit ist über den ein oder anderen Holpler hinwegzusehen. Leider folgen darauf viele schnell repetitiv werdende Szenen, und die Unterhaltung schafft es nicht gänzlich eine Story auszugleichen, die sich mit fortschreitender Laufzeit als immer seltsamer und unauthentischer gestaltet. Ein vollkommend übertriebenes und unpassendes Finale fügt einem an vielen Stellen spaßigen Film dann leider ein unangenehmes Gefühl von Irrsinn hinzu.

Die Dialoge und Figuren sind an keiner Stelle wirklich durchdacht, toll geschrieben oder versuchen etwas mehr Gehalt zu haben tragen aber an vielen Stellen zum großartigen Humor des Streifens bei. Leider wirken einige der Figuren doch ziemlich gestellt, wenn sie auf einmal doch versuchen eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu gewinnen, die einfach nicht existiert, weil der ganze vorige Film sie nicht zugelassen hat. So entwickeln die Charaktere kaum Eigenleben, nein bewegen sich eher in gegeben Rollen die nicht unbekannt sind ziemlich klischeegerecht durch den Film. Mehr Eigenleben als erwartet entwickeln aber die Dinosaurier. Die Raptoren und einige andere werden eindeutig zu stark personalisiert, doch es wird tatsächlich geschafft den Indomnius Rex, der ja für viele Zweifel vor dem Film sorgte, als verdammt Furcht einflößend und gewaltig darzustellen.

Dies gelingt natürlich auch an den überragenden visuellen Effekten die Jurassic World auffährt. Zwar fühlt sich die CGI-Welt zugegebenermaßen an keiner Stelle so echt an wie der alte Park, doch als optische Bombe taugen die Effekte allemal. Leider wird die Action mit fortschreitendem Film immer schwächer, teils sogar sehr comichaft und einfach überzeichnet, für einen Film, der generell immer versucht noch einen draufzusetzen, und das leider nicht nur positiv gemeint. Trotz Kino-Bildspektakel stellt sich der 3D-Effekt außerdem als ziemlich unnötig heraus.

Jurassic World ist keineswegs so gut wie sein ehemaliger Ursprungsfilm, will das aber auch nicht sein. Stattdessen wird hier auf unterhaltsames Action-Kino gesetzt, das sogar zum großen Teil ziemlich gut funktioniert und mit vielen Anspielungen zu gefallen weiß. Leider merkt man dem Film seinen Hang zur Übertreibung jedoch zu stark an, und es werden zu viele Klischees bedient, als dass Jurassic World es wirklich schafft seinen Unterhaltungswert bis zum Ende aufrechtzuerhalten.

Wertung: 6/10

Roooooaaaaaaaar!!! gähnt jeden Morgen: Maxim Braun

Video Kritik:

Trailer:

Dienstag, 19. Mai 2015

Ex Machina (2015)

Drehbuchautor Alex Garland schafft mit Ex Machina sein Regiedebüt, in dem er das Thema künstliche Intelligenz von einer ganz besonderen Seite betrachtet. Schon viele Filme haben sich an diesem Bereich probiert, wenige erfolgreich. Ist es Garland gelungen, einen guten und prägnanten Science-Fiction-Film zu drehen?
 

Ex Machina

Originaltitel: Ex Machina
Produktionsland: Großbritannien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Alex Garland
Haupt-Darsteller: Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander, Sonoya Mizuno
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 108 Minuten
Kurzbeschreibung: Im Science-Fiction-Thriller Ex Machina verliebt sich Programmierer Domhnall Gleeson in eine künstlich erschaffene Frau. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Der junge Web-Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) hat scheinbar unglaubliches Glück. Er hat es geschafft in einem firmeninternen Wettbewerb zu gewinnen und darf nun eine Woche lang mit dem Chef der Firma Nathan (Oscar Isaac) in dessen abgeschiedenem Privathaus an einem ganz besonderen Experiment teilhaben. Wie besonders dieses Experiment wirklich ist, stellt Caleb erst fest, als er es mit eigenen Augen sehen kann. Er soll mit der künstlichen Intelligenz Ava (Alicia Vikander) den Turingtest durchführen, und somit herausfinden, ob sie denken kann wie ein Mensch. Doch kaum in Kontakt mit Ava kommt Caleb irgendetwas an der Sache nicht koscher vor und langsam bröckelt die Fassade des geheimnisvollen Nathan und seines Experiments.

Alex Garland hatte schon immer auch als Drehbuchautor Mut zum Skurrilen. Nun bringt er auch als Regisseur wieder viele bekannte und spannende Motive ein die den Zuschauer zu fesseln und zu beschäftigen wissen. Gefahr und Faszination stehen in Ex Machina Seite an Seite, der Zuschauer befindet sich direkt dazwischen. Und während sich die unangenehme Atmosphäre immer weiter hochschaukelt, kann man kaum anders als dem Film in seine Abgründe zu folgen.

Leicht lassen sich Vergleiche zu anderen Filmen ziehen, die sich stilistisch ähnlich verhalten. Ex Machina schafft es weder an einen atmosphärisch kalten Moon heran, noch an den herzergreifenden Her. Trotzdem bewegt sich der Film hinter Genrekollegen auf einem für ihn angemessenen und nicht weit abgelegenen Platz. Durch einen zermürbenden Soundtrack, der die Nerven einmal beruhigt, nur um sie dann wieder in Stücke zu sägen, wird eine brillante Stimmung erzeugt. Untermalt durch die sterilen Bilder der Einrichtung erhält der Zuschauer immer wieder ein stark isoliertes Bild auf die Umgebung, aber auch auf die Charaktere des Films. Durch viele Kontraste, die zwischen der Innenwelt und der Außenwelt geschaffen werden versetzt uns Garland so in eine nahezu klaustrophobische Stimmung. Perfekte Voraussetzungen für ein Kammerspiel wie Ex Machina.

Und da Kammerspiele bekanntlich von ihren Darstellern leben, werden auch hier große Geschütze ausgefahren. Alicia Vikander als KI Ava sieht nicht nur dank CGI super aus und wirkt wie eine sehr feine Mischung aus Mensch und Computer, die Frau spielt das ganze auch super und verleiht der Figur eben die Portion Menschlichkeit, die sie benötigt. Domhnall Gleeson fällt zwar hinter dem restlichen Cast etwas zurück, doch gerade deswegen ist seine etwas distanziert gezeichnete Figur auch eine Steilvorlage für den Zuschauer selbst in die Rolle hineinzuschlüpfen. Doch niemand kommt an Oscar Isaac heran. In den letzten Jahren zeigte er es uns immer wieder, trotzdem bleibt sein Schauspiel überraschend gut und fügt eine weitere tolle Facette zu seinem Können hinzu. Als ignoranter und von Anfang an wenig sympathischer reicher Alkoholiker will man ihn zwar gerne leidenschaftlich hassen, doch durch intelligente Dialoge schafft er es, die anderen Charaktere an die Wand zu nageln.

Und von was leben Kammerspiele noch? Richtig, Dialoge und eine interessante Geschichte. Ex Machina kommt mit einem wendungsreichen Plot daher, der sich leider zum Teil vorhersehen lässt, und kleinere Plotlücken aufweist. Die langsame aber trotzdem spannende Erzählweise ist jedoch trotzdem sehr unterhaltsam, und durch eine starke Herangehensweise an die KI-Thematik, und sogar an interessant kritisch behandelte sexuelle Themen schafft der Film zum Nachdenken anzuregen, auch wenn er nichts gänzlich neu erfinden mag. 

Auch scheut Garland nicht davor zurück tiefschürfende Fragen zu stellen und baut in stark pointierte Dialoge viel offenen Raum ein, der dem Zuschauer für eigene Gedankengänge gelassen wird. Dabei bezieht der Film nie Stellung, sondern bewegt seine Charaktere stetig durch eine Grauzone. Die Einen nennen das meinungsfaul, die Anderen begrüßen gerade hier den starken Wunsch nach Eigeninterpretationen. Lediglich das Ende weiß leider nicht ganz den hervorragenden Stil des vorangegangenen Films fortzuführen und versucht etwas stilisierter zu sein, als es wirklich ist. 

Ex Machina stellt sich trotz Zweifeln der Thematik und des relativ schlecht geschnittenen Trailers wegen als kleine Filmperle heraus. Durch viel Inspiration und intelligente Handlungsstränge sowie Dialoge kratzt Garland mit seinem Regiedebüt tatsächlich am Himmel der großen Film-Sterne, bleibt aber leider nicht gänzlich konsequent. Trotzdem ist der Film für ihn ein mehr als gelungener Einstieg in die Branche, den man nicht verpassen sollte, denn er ist zwar nicht perfekt, doch beschäftigen wird er einen allemal.

Wertung: 7/10

Auch diese Kritik kommt Ex Machina: Maxim Braun

Video Kritik:

Trailer:

Samstag, 16. Mai 2015

Mad Max: Fury Road (2015)

George Miller hat mit Mad Max: Fury Road nach genau 30 Jahren endlich den vierten Film seiner mittlerweile etwas staubigen Actionreihe gedreht. Sehr viele Probleme hielten die Produktion des Films auf, doch die Stimmen der Leute nach den ersten Trailern waren überwältigend gut. Schafft es Mad Max dem Hype gerecht zu werden?

Mad Max: Fury Road

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Produktionsland: Australien
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: George Miller
Haupt-Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 121 Minuten
Kurzbeschreibung: Das Reboot Mad Max: Fury Road ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie um den postapokalyptischen Outlaw, der diesmal von Tom Hardy gespielt wird. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Max Rockatansky (Tom Hardy) ist ein Outlaw. Er hat gelernt mit den Bedingungen der neuen postapokalyptischen Welt zurechtzukommen wie kein Zweiter. Das heißt in erster Linie, niemandem vertrauen, an sein eigenes Überleben denken und niemals Hoffnung zulassen, die einen doch nur schwächt. In solch einer grausamen Welt muss er leben; muss er überleben. Die anderen Leute interessieren ihn im Normalfall nicht. Doch, was ist schon normal? Nachdem Max von einer Gruppe von verrückten Gesetzlosen gefangen genommen und zur Blutkonserve ernannt wird, schafft er es, sich bei der Jagd auf die abtrünnig gewordene Imperator Furiosa (Charlize Theron), die ganz besondere Ware an Bord hat, zu befreien. Einzelgänger Max muss sich gegen seinen Willen mit der kampfbegabten Frau verbünden, doch niemand weiß genau, wohin ihr weg sie führt...

Mad Max: Fury Road lebt von seinem Hype. Die fantastisch geschnittenen Trailer gaben den Zuschauern rasante Einblicke in benzingeladene Action-Szenen voller Feuer und Sand. Wie der Trailer schon vermuten und hoffen ließ, ist der Film selbst wirklich eine einzige wilde Verfolgungsjagd. George Miller bietet uns fantastisches und detailverliebtes Action-Kino, wie es viele Blockbuster der letzten Jahre vermissen ließen. Wenn hier ein Fahrzeug explodiert, dann nicht einfach in einer gewaltigen Michael-Bay-Wolke aus CGI, sondern mit ruppiger handgemachter Schlagkraft und einer schön dreckigen Detonation. Natürlich setzt auch Miller auf Special Effects, doch es fällt sehr positiv auf, wie er seine Action an den richtigen Stellen so greifbar und schmutzig wie möglich inszeniert.

Zu der pulverisierenden Inszenierung kommt ein harter und kerniger Soundtrack, und es dauert nicht lange, da fängt das eigene Blut an sich in Benzin zu verwandeln. Durch einige sehr amüsante und ausgefallene Tricks, der auch schon im Trailer zu sehen war, wird die Musik nicht nur zum Begleiter des Films, sie findet auch im Film selbst statt. Unterhaltung ist somit voll und ganz geboten. Durch das blanke Chaos, das den Film komplett dominiert hat George Miller auch genug Mut sich Storylücken zu erlauben. Schade ist, dass er hier nicht auf seiner Spur bleibt, die Story weitestgehend gar nicht stark zu beleuchten, sondern von Zeit zu Zeit versucht uns durch Vorgeschichten näher an die Charaktere heranzubringen. Dies funktioniert leider nur schwerlich. Die Handlung schafft es nicht die Gefechte relevant auszugleichen und fungiert somit eher als nerviger Beiwagen für die explosive Action-Rallye.

Wo der Streifen an manchen Stellen wie bereits erwähnt etwas die Strenge vermissen lässt, ist er trotzdem mit vielen seiner Figuren weitestgehend gnadenlos heftig. Mad Max wird vor allem zu Anfang keineswegs als Held dargestellt, er ist eben das, was er ist: Der verrückte Max. Hervorragend porträtiert von einem robusten Tom Hardy, der wie gemacht für die Rolle ist. Es braucht nicht viel mehr als einige Hm und Hmhms und schon weiß der Zuschauer: Hardy ist nicht in diesem Film um viel zu sagen. Im Grunde ist er nicht mal die wirkliche Hauptfigur des Films, denn neben Charlize Therons wirklich bemerkenswerter Performance rückt er immer mehr als der stille Mann für die schmutzigen Jobs in den Hintergrund. Theron reißt den Film trotz einer unbefriedigend gezeichneten Rolle an sich und lässt so schnell auch nicht los. 

Am Ende ist Mad Max: Fury Road ein knapper Dämpfer auf einem hoch angesetzten Niveau. Die eher mitgeschleifte Handlung soll von der durchgehend rasend überspitzten Action in den Hintergrund rücken, macht leider aber vor allem gegen Ende störend auf sich aufmerksam. Wer das ausblenden kann, wird mehr als gut bedient, doch ein bleibender Eindruck lässt sich leider vermissen. Trotz der negativen Aspekte nimmt der Film eine gewichtige Stellung im aktuellen Action-Genre ein und lässt einiges an Potenzial für kommende Mad-Max-Teile übrig, die uns hoffentlich noch erwarten werden.

Wertung: 7/10

Mäht Max den Actionfilm-Rasen? Ja, behauptet: Maxim Braun

Video Kritik:

Trailer:

Samstag, 11. April 2015

Cake (2015)

Jennifer Aniston schlüpft im Drama Cake einmal in eine ernstere Rolle, und versucht uns eine Geschichte von Trauer, Tod und Überwindung zu präsentieren, in der die Protagonistin des Films gefangen ist. Diese Mühe trägt Früchte denn der Streifen stellt sich als ein mehr als solides Drama heraus.
 

Cake

Originaltitel: Cake
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Daniel Barnz
Haupt-Darsteller: Jennifer Aniston, Adriana Brazza, Sam Worthington, Anna Kendrick
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 102 Minuten
Kurzbeschreibung: In Daniel Barnz’ Indie-Drama Cake ist Jennifer Aniston chronisch krank und besessen vom Selbstmord einer Frau aus ihrer Selbsthilfegruppe. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Claire Simmons (Jennifer Aniston) Leben besteht schon lange nicht mehr aus Spaß und Freude. Während sie die eine Hälfte ihres Alltags in einer Selbsthilfegruppe verbringt, die sie nicht ausstehen kann, schluckt sie in der anderen Hälfte Medikamente ohne Ende, um ihren Schmerz zu lindern und das Geschehen um sie herum so gut wie nur möglich zu betäuben. Als eines Tages eine Frau (Anna Kendrick) aus Claires Selbsthilfegruppe Selbstmord begeht wird sie beinah besessen davon, mehr über sie herauszufinden. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Ehemann (Sam Worthington) und dem Kind, das sie zurückließ und versucht mit ihnen in Kontakt zu treten, doch ahnt sie nicht, wie sehr auch ihre eigene Vergangenheit durch diese Ereignisse wieder an die Oberfläche kommt.

Jennifer Aniston ist grandios und schafft es in Cake einwandfrei zu beweisen, dass die 46-Jährige nicht nur eine komödiantische, sondern auch eine fantastische dramatische Schauspielkunst besitzt. Neben einem guten Sam Worthington und einer sehr sympathischen Adriana Brazza ist sie das klare Herzstück des Films und schafft es das Drama zu beleben und ihm viele tolle menschliche Charakterzüge zu geben, die von schwarzem Humor bis zur Gänsehautgarantie reichen.

Hier schafft es auch ein substanzstarkes Drehbuch mit vielen guten Dialogen dem Film einen sanften und zerbrechlichen Ton zu geben, der die Situation der Protagonistin sehr gut widerspiegelt und untermalt von einem zarten und stimmigen Soundtrack und atmosphärischen Bildern einige herausstechende Szenen kreiert. Cake sticht durch Stil und vor allem auch durch seine bloße Ehrlichkeit aus dem Genresumpf heraus und verdient sich einen Platz, auch wenn der Film weder ein Meisterwerk ist, noch das Thema gänzlich neu zu sein scheint.

Schwächen bleiben die etwas unschlüssige und irgendwie auch fast schon unnötige Symbolik, sowie die Traumsequenzen in denen Claire mit der verstorbenen Nina redet. Anna Kendrick ist zwar eine tolle Schauspielerin, doch irgendwie passen ihre Szenen nicht immer ganz wie gewünscht ins Bild. Davon abgesehen bleibt der Film sowohl thematisch als auch plotmäßig schön und gleichzeitig kaum kitschig, schafft es also sich zu etablieren.

Cake stellt sich als kleine Überraschung heraus, so brilliert Jennifer Aniston und auch das Drehbuch und die Inszenierung des Streifens stellen sich als effektiv heraus. Neben der schauspielerischen kommt auch die emotionale Komponente nicht zu kurz, und wenn man gewillt ist, sich auf den Film einzulassen schafft er es auch, einen zu packen und zu berühren.

Wertung: 7/10

Geheimes Film-Sahnetörtchen von: Maxim Braun



Montag, 16. März 2015

Focus (2015)

Will Smith will seine Karriere mal wieder etwas aufbügeln, und schummelt sich deswegen jetzt im Trickbetrüger-Film Focus an der Seite von Margot Robbie reich und berühmt. Zur großen Überraschung funktioniert das sogar mehr als gut, und der Film bietet ausgezeichnete Unterhaltung.

Focus

Originaltitel: Focus
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: John Requa, Glenn Ficarra
Haupt-Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Rodrigo Santoro, Adrian Martinez
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 105 Minuten
Kurzbeschreibung: Focus ist eine romantische Gaunerkomödie von den Machern von Crazy, Stupid, Love. Will Smith unterrichtet darin als Trickbetrüger die attraktive Margot Robbie in seiner Kunst. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Durch einen Zufall trifft der erfahrene Trickbetrüger Nicky Spurgeon (Will Smith) eines Abends auf die verführerische Jess Barrett (Margot Robbie), und überzeugt sie davon, sie in seine Kunst einzuweihen und auszubilden. Die beiden geben ein super Team ab, und schnell entwickelt sich auch eine Beziehung abseits der Gaunerei. Doch Nicky bemerkt, dass eine romantische Beziehung in seinem Gewerbe keinen Platz hat, und er beschließt abzuhauen, und Jess hinter sich zu lassen. Drei Jahre später begegnet er ihr während eines wichtigen Auftrags wieder, und erneut weckt sie Gefühle in ihm. Doch wer kann hier wem trauen, und wer führt vielleicht doch nur ein Spiel mit dem anderen?

Wow, das ist tatsächlich mal eine Überraschung! Hat Will Smith zwar in den letzten Jahren so einige Flops ins Kino gebracht, und sah schon der Trailer zu Focus nicht wirklich ideal aus, weiß der Film trotzdem zu begeistern. Will Smith und Margot Robbie besitzen eine fantastische Chemie zueinander und bringen diese auch auf die Leinwand, und vor allem Robbie sieht dabei auch noch richtig gut aus. Smith hat aus seinen Fehlern eindeutig gelernt und macht Focus zu einem außerordentlich frischen und spaßigen Filmerlebnis.

Focus kommt mit einem überraschend einfallsreichen Drehbuch daher, und wo uns der Trailer glauben lassen will, wir würden schon den ganzen Film kennen, werden uns beim Ansehen noch so einige Wendungen aufgetischt. Dies kommt klasse ohne Klischees aus und punktet sogar mit einigen richtig starken und innovativen Szenen, die zwar einigen Kritikern des Films als zu lang und zäh erschienen, jedoch im Grunde perfekt funktionieren und für sehr viel kurzweiliges Vergnügen sorgen. Schließlich kommt der Film rasant zu einem Ende, das die Geschichte sehr rund abschließt.

Außerdem begeistert er durch eine erfinderische Kamera und einen Soundtrack, der perfekt zusammengestellt ist, cool wirkt und in einigen Szenen sogar von sehr wichtiger Bedeutung ist und gut in den Plot eingebaut wurde. Von all diesen Punkten mal abgesehen, besitzt Focus einfach einen grandiosen und sehr angenehmen Humor, sei es, dass sich Will Smith hin und wieder mit männlichen und doch selbstironischen Sprüchen kürt, oder dass Nebendarsteller Adrian Martinez durch seine unglaublich amüsante Aura allen die Show stielt, so ein gute Gangster-Komödie gab es schon lange nicht mehr!

Will Smith landet mit Focus einen richtigen Volltreffer, denn der Film ist witzig, spannend und in seiner Umsetzung sehr einfallsreich, bietet also fabelhaftes Unterhaltungskino auf einem hohen Level. Ließen die Trailer noch kaum vermuten, dass das Endprodukt so amüsant anzusehen sei, ist der Film selbst damit eine riesige Überraschung und haut sicher noch den ein oder anderen Zuschauer aus den Socken. Zurecht, denn er ist richtig stark!

Wertung: 8/10

Hatte den Film gar nicht so stark im Fokus: Maxim Braun




Montag, 23. Februar 2015

Da gibt einer seinen Senf zu den Oscars ab - Part 3: Fazit

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/d/dc/Academy_Award_trophy.jpg
So das waren sie also, die 87. Academy Awards sind vorbei, und es war wieder einmal eine schöne Veranstaltung mit einem tollen Gastgeber und einigen verdienten Gewinnern. Der einzig wirklich störende Faktor war mal wieder Pro7 aber naja, daran lässt sich wohl kaum etwas machen. Sehen wir also mal, wie meine Tipps für die Oscars aussahen, und wie viele richtige ich habe:

Blau - Richtig
Rot - Falsch

Boyhood (3) Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Beste Regie
Birdman (3) Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera
Interstellar (3) Beste visuelle Effekte, Beste Musik, Bester Ton
Whiplash (2) Bester Nebendarsteller, Bester Schnitt
Grand Budapest Hotel (2) Bestes Kostüm, Beste Ausstattung
American Sniper (1) Bester Tonschnitt
Still Alice (1) Beste Hauptdarstellerin
The Imitation Game (1) Bestes adaptiertes Drehbuch
Ida (1) Bester fremdsprachiger Film
Foxcatcher (1) Bestes Make Up
Selma (1) Bester Filmsong

So, wir rekapitulieren mal, ich habe von 19 möglichen Treffern 13 richtig, das ist ja generell nicht so schlecht, und resultiert aus ein par Überraschungen, die ich nicht kommen sehen wollte, oder gar nicht erst sah. Dass Birdman Bester Film gewinnt ist eine angenehme Überraschung, überhaupt habe ich nicht gedacht, dass Boyhood außer dem Preis für die Beste Nebendarstellerin leer ausgeht. Ebenfalls eine positive Überraschung, dass Whiplash so gut abschneidet und sogar den Oscar für den Besten Ton einsacken konnte. 

Weniger begeistert hat mich, dass sich Eddie Redmayne am Ende doch gegen Michael Keaton durchsetzen konnte, meiner Meinung nach zu Unrecht. Außerdem erhielt Grand Budapest Hotel aus meiner Sicht zu viele Oscars, so wäre der für die Beste Musik doch eindeutig Hans Zimmers verdienter zweiter Award gewesen, und auch das Make Up wäre bei Foxcatcher besser aufgehoben.

Ansonsten eine gelungene Veranstaltung, über die sicherlich noch einige Zeit geredet werden wird. Ich freue mich jetzt schon auf die Filme, die sich dieses Jahr um eine Oscarnominierung bemühen und sage geschwind ciao! 

Sonntag, 22. Februar 2015

Da gibt einer seinen Senf zu den Oscars ab - Part 2: Live dabei

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/d/dc/Academy_Award_trophy.jpg
Hallo, seist du eine Nachteule, die heute die Oscars verfolgt, oder jemand der das erst am Morgen danach liest, das macht keinen Unterschied, auf jeden Fall kommentiere ich im zweiten Teil meines Oscarspecials live die Vorgänge bei den Academy Awards ungefähr so jede halbe Stunde. Also ich weiss nich wie es euch geht aber ich kanns kaum noch erwarten!

00:40


Pro7 begeistert durch seine wunderbare Beirichterstattung... Nicht. Wenn ich schon hören muss, dass Bradley Cooper "Brady Bradley" genannt wird geht mir die Düse. Aber egal alles ja erstmal nur vorgeplänkel und es geht um mode und den style der stars... Ich warte mal auf die Filme :-) 

01:00


Endlich erste Gäste auf dem roten Teppich, Ethan Hawke zeigt mal wieder wie sympathisch er ist während Wim Wenders ein bisschen ausgequetscht wird. Ich verstehe ja, dass die deutschen sich besonders über Nominierte aus dem eigenen Land freuen doch manchmal übertreibts man auch mit dem "warum kriegen wir eigentlich keine Oscars?" ich hoffe dass wird heute nicht mehr so sehr thematisiert.

01:20


Naja man merkt einmal mehr, dass Steven Gätjen nicht gerade der beste Interviewer ist, wenn jede Frage die er den Stars und Sternchen wie Michael Keaton stellt irgendwie darauf hinauslaufen soll, was sie denn von Deutschland halten und wann sie das letzte mal hier waren. Viel interessanter wäre es, wenn er Fragen über die Filme stellen würde.

01:40


Sehr schön zu sehen, wie der grosse Robert Duvall selbst sagt, er glaubt nicht daran, dass er gewinnt nein er denkt "The guy from Whiplash" also J.K. Simmons wird das Rennen machen. Und endlich sehen wir die englische Übertragung und dürfen uns von Dakota Johnsons Mutter anhören, dass sie sich nicht Fifty Shades of Grey ansehen will, yay. Und ja nichts lieber als die Modebewertung der Stars ich sterbe vor Freude!

02:00


Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mir wünsche, dass durch einen Zwischenfall nur noch die Übertragung von NBC ausgestrahlt wird aber na gut, nur noch etwas weniger als 40 Minuten bis zum Beginn und ich bleibe gespannt wie ein Flitzebogen. 

02:20


Gerede und noch mehr Gerede, natürlich gehört das dazu aber langsam sehnt man schon herbei, dass die Show endlich losgeht. Aber allzu lang ists ja nicht mehr hin.

02:30


Und es geht los, ich freue mich auf Neil Patrick Harris!

03:00


Und was für ein episches Intro! Neil Patrick Harris ist genial und auch Jack Black legt eine super Gastrolle ein. Na toll danach direkt totaler Bildausfall ich Fass es nicht, perfektes Timing, ist vermutlich jemand über ein Kabel gestolpert, auf jeden Fall nervige lange Pause. The Grand Budapest hat Bestes Kostüm gewonnen und Bestes Make Up ging ebenfalls an The Grand Budapest Hotel na gut, scheint die Academy hat den Film wirklich gern

Nachtrag: Während dem Bildausfall hat J.K. Simmons den Oscar als Bester Nebendarsteller gewonnen, was mich umso wütender macht das nicht gesehen zu haben, dennoch mehr als verdient.

03:20


Keine Überraschung bei den fremdsprachigen Filmen, Ida gewinnt wie vorhergesagt trotzdem sehr lange und witzige Ansprache des Regisseurs hier. "Everything is Awesome" legt eine super Show hin, ein Grund mehr, warum der Song den Sieg verdient hätte. 

03:40


Ein paar Kurzfilm Kategorien werden abgeklappert, hier hab ich leider gar keine Ahnung. 

04:00


Neil Patrick Harris ist genial, so kündigt er in Unterhose als Anspielung zu Birdman und Whiplash die nächsten beiden Gäste an, super witzig und genial. Ton geht an Whiplash, yuhu! Tonschnitt geht an American Sniper, ich habs vorhergesagt ;). Beste Nebendarstellerin erhält Patricia Arquette, auch das war ziemlich eindeutig. 

04:20


Interstellar gewinnt hoch verdient den Oscar für die besten visuellen Effekte. Nun aktualisiert sich mein Receiver, heute will die Technik aber auch dringend Stress machen, zum Glück hab ich trotzdem nichts verpasst. Produktionsdesign geht an... wer hätte es gedacht Grand Budapest Hotel! Aber im Ernst, das ist verdient.

04:40


Interessante Kategorie, Beste Kamera kommt drann und der Oscar geht an... Birdman, und zwar sowas von verdient! Nun wird an die verstorbenen Personen aus dem Filmgeschäft des vergangenen Jahres erinnert, und auch ich kann mir etwas Gänsehaut nicht unterdrücken, als Robin Williams Gesicht erscheint und wieder verschwindet. Wirklich schöne Gedenkminuten.

05:00


Der Beste Schnitt wird prämiert und der Sieger heißt Whiplash, sehr stark! 

05:20


John Travolta stellt zusammen mit Idina Menzel die Besten Songs vor und nimmt sich dabei noch selbst auf die Schippe für seinen damaligen Versprecher bei der Ankündigung der Nominierungen. Der Oscar geht an "Glory", also leider kein Überraschungssieg für The Lego Movie

05:40


Der beste Soundtrack geht an Alexandre Dusplat für Grand Budapest Hotel, eine Entscheidung, die ich leider nicht nachvollziehen kann, hatte für mich eigentlich Hans Zimmer weit die Nase vorn, sehr schade. Große Kategorien kommen, und der Oscar für das Beste Originaldrehbuch geht verdientermaßen an Birdman! Jetzt geht es Schlag auf Schlag, der Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch geht an The Imitation Game, für mich kaum nachvollziehbar, doch ich habe es so vorhergesagt. 

06:00


Es geht rasant weiter und wir kommen zur Kategorie Bester Regisseur. Der Gewinner heißt Alejandro Gonzalez Inarritu für Birdman, hoch verdient! So langsam sieht es aus, als würde Birdman mit großen Schritten Richtung Best Picture stampfen. So, immer weniger Kategorien bleiben übrig, dadurch sind sie umso prestigeträchtiger. Den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewinnt Eddie Redmayne, schade, hätte mir Keaton hier deutlich besser gefallen, doch Redmaynes Performance schien wohl deutlich besser ins Oscarschema zu fallen. Trotzdem sei es ihm gegönnt. Jetzt kommen wir dann also auch schon zur Besten Hauptdarstellerin, die in diesem Jahr Julianne Moore heißt, und auch ihr sei es gegönnt, denn sie hatte schon lange einen Oscar verdient. 

06:10


Neil Patrick Harris öffnet eine Box in die er vor der Sendung seine Oscar-Predictions gepackt hat. Und nun kommt der Moment auf den alle gewartet haben, die Best Picture Kategorie. Der Gewinner heißt Birdman!!! Und das sowas von verdient! Meiner Meinung nach war Birdman der Film des Jahres und somit immer mein Favorit, und hier bekommt er seinen verdienten Preis! Das war also die diesjährige Oscarverleihung, alles in allem mit relativ wenigen Überraschungen, doch durchaus unterhaltsam und in den meisten Kategorien nachvollziehbar. Guten Tag!

Da gibt einer seinen Senf zu den Oscars ab - Part 1: Vorschau

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/d/dc/Academy_Award_trophy.jpg
Hallo und herzlich willkommen zu meiner offiziellen Oscar-Preview! Was ich ja eigentlich in Videoform erledigen wollte, muss ich jetzt leider auf dem geschrieben Weg tun, denn mir sind die Dateien auf meiner ach so geliebten SD-Karte hopsgegangen. Trotzdem gebe ich mir natürlich hier alle Mühe, meine Meinung und Voraussagen zur Verleihung der Academy Awards kundzutun! :)

So, hier will ich auch dann niemanden weiter hinhalten und acker mal munter jede Kategorie ab, natürlich der Spannungskurve wegen von den unwichtigeren zu den prestigeträchtigsten, ausgelassen habe ich Dokumentationen und Animationsfilme, da ich mich für diese zu wenig interessiere und zu wenig gesehen habe (wen die etwas langweiligeren Kategorien nicht interessieren, kann natürlich gerne weiterscrollen):

Rot - persönlicher Favorit
Blau - wahrscheinlicher Favorit 
Orange - persönlicher und wahrscheinlicher Favorit



1. Beste visuelle Effekte 


Die Nominierten:

- The Return of the First Avenger
- Interstellar
- X-Men - Zukunft ist Vergangenheit
- Planet der Affen: Revolution
- Guardians of the Galaxy

Senf:

Hier gibt es meiner Meinung nach keinen klaren Favoriten, da die Bewertung dem Normalo-Filmschauer auch ziemlich schwer fallen sollte. Ich persönlich habe leider nur Interstellar und Guardians of the Galaxy gesehen, kann also hier auch gar keine komplette Aussage machen, außer, dass mein klarer Favorit Interstellar ist, da er dank sehr authentischer Effekte begeistert hat. Ich denke deshalb, dass Interstellar sehr gute Chancen im Rennen hat, kann mir aber auch gut vorstellen, dass Planet der Affen: Revolution wegen seines aufwendigen Motion-Capturing-Verfahrens hier das Rennen gewinnt.


2. Bester Ton


Die Nominierten:

- American Sniper
- Birdman
- Interstellar
- Unbroken
- Whiplash

Senf:

Auch hier ist es wieder ziemlich schwer einen Film in die Favoritenrolle zu drängen, da meiner Meinung nach außer Unbroken alle Filme eine gute Chance auf den Oscar haben. Persönlich bleibe ich auch hier bei Interstellar, da dieser im Kinosaal einfach ein berauschendes Sound-Erlebnis erzeugte, doch auch Birdman und Whiplash begeisterten mich tontechnisch. American Sniper ist mir weniger lieb, doch war er nicht schlecht vom Sound und ja sowieso der ganz geheime Überraschungskandidat für jede Kategorie. Ich vermute aber Interstellar wird hier klar gewinnen.



3. Bestes Filmlied


Die Nominierten:

- "Glory" - Selma
- "Everything Is Awesome" - The Lego Movie
- "Grateful" - Beyond The Lights
- "Not Gonna Miss You" - Glen Campbell: I'll Be Mine
- "Lost Stars" - Can A Song Save Your Life?

Senf:

Hier kommen wir zur ersten großen Diskrepanz: Während es sehr wahrscheinlich ist, dass die Academy sich dafür entscheidet dem Drama Selma wenigstens einen Oscar mitzugeben, nachdem sich dessen Macher ja schon wiederholt darüber beschwert haben, dass sie nur zwei Nominierungen erhalten hatten (zu Unrecht, wie ich meine), bin ich anderer Meinung. "Glory" war in Selma nur in den Credits zu hören und trug im Grunde nichts zum Film bei, während "Everything Is Awesome" einer der witzigsten Song-Ideen des Jahres war und zumindest zum Teil wiedergutmachen würde, dass The Lego Movie im Kampf um den besten Animationsfilm ausgelassen wurde.


4. Beste Filmmusik


Die Nominierten:

- Interstellar
- Grand Budapest Hotel
- Die Entdeckung der Unendlichkeit
- The Imitation Game
- Mr. Turner

Senf:

Der ein oder andere mag sich so langsam darüber wundern, dass ich Interstellar fast immer zu meinem persönlichen Sieger küre, habe ich doch auch so einiges an Nolans letztem Film auszusetzen. Das trübt allerdings keineswegs, dass der Film sich technisch auf einem gewaltigen Niveau befindet und für mich in Sachen Kamera und Ton zu den klaren Favoriten gehört. Dies scheint auch der allgemeinen Kritikerschaft klar zu sein, und somit waren die Rezensionen sehr gut, und ich glaube einzig und allein Die Entdeckung der Unendlichkeit könnte durch das Gewinnen des Golden Globes in eben dieser Kategorie Interstellar noch einen Strich durch die Rechnung machen, doch ich hoffe das dem nicht so sein wird. Schade ist an dieser Stelle noch, dass es Birdmans Soundtrack nicht geschafft hat nominiert zu werden, weil angeblich zu viele klassische Stücke und zu wenig eigener Soundtrack verwendet wurden, denn das hätte das Rennen auch noch einmal deutlich interessanter gemacht.


5. Bester Tonschnitt


Die Nominierten:

- American Sniper

- Birdman
- Interstellar
- Unbroken
- Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

Senf:

Auch wieder eine Kategorie, die einigermaßen schwer zu werten ist, doch ausnahmsweise denke ich, dass Interstellar trotz überragendem Ton hier nicht abräumen wird, da der Film vor allem für seinen Soundtrack und die Soundeffekte auffiel und weniger durch den Schnitt. Hier denke ich, dass Birdman gute Chancen hat durch seine interessante und innovative Percussionuntermalung, doch auch American Sniper scheint wegen seinen Schusswechseln gute Chancen in dieser Kategorie zu haben. Etwas schleierhaft scheint dennoch, wie es sein kann, dass Angelina Jolies Unbroken hier wieder reinrutscht, wäre doch eine Nominierung für Whiplash hier deutlich nachvollziehbarer gewesen.


6. Beste Ausstattung


Die Nominierten:

- Mr. Turner

- Into The Woods
- Interstellar
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game

Senf:

Wieder eine Kategorie, die sich voraussichtlich zwischen zwei Filmen entscheiden wird: Interstellar und Grand Budapest Hotel. Zeigt uns Interstellar auf beeindruckende Weise ein Science-Fiction-Set mit vielen Kulissen hat doch Grand Budapest Hotel mit seiner charmanten Location und dem tollen Design dieses Rennen für mich gewonnen und ich halte den Film auch für den wahrscheinlicheren Kandidaten der beiden. Into The Woods und The Imitation Game sollten sich nur weniger Hoffnung machen, Mr. Turner könnte hier durchaus noch für Überraschungen sorgen, sollte die Academy den Film nicht leer ausgehen lassen wollen. Warum Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere hier nicht nominiert wurde, bleibt mir schleierhaft.


7. Bestes Make Up


Die Nominierten:

- Foxcatcher

- Guardians of the Galaxy
- Grand Budapest Hotel

Senf:
Foxcatcher
Es müsste schon sehr viel zusammenkommen, dass Grand Budapest Hotel den Oscar für das Beste Make Up bekommt, denn außer Tilda Swinton wurde in dem Film wohl keiner wirklich stark in der Maske behandelt. Foxcatchers Steve Carell dagegen war kaum wiederzuerkennen und legte zudem noch eine grandiose Performance hin, und ich würde mich freuen, wenn der Film zumindest diesen Oscar hier einheimsen könnte. Zwar hat auch Guardians of the Galaxy gutes Make Up, aber auch dieser Sieg wäre eine ziemliche Überraschung, den Foxcatcher ist so gut wie gesetzt. Auch hier bleibt allerdings etwas unverständlich warum Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere nicht im Rennen ist.

8. Bestes Kostüm


Die Nominierten:

- Grand Budapest Hotel

- Into The Woods
- Mr. Turner
- Inherent Vice
- Maleficent


Senf:


Mein Kostümfavorit ist eindeutig Into The Woods. Das Disneymusical brillierte mit einfallsreicher Garderobe und sollte hier meiner Meinung nach die Nase vorne haben, wäre da nicht Grand Budapest Hotel, ein Film der hier für die Academy mehr ins Schema zu passen scheint, da er gern gesehen ist, was ihm wahrscheinlich den Sieg bringen wird. Auch Mr. Turner und Inherent Vice könnten hier abstauben, sollte man ihnen wenigstens das gönnen wollen.


9. Bester Schnitt


Die Nominierten:

- American Sniper

- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game
- Whiplash

Senf:

Diese Kategorie sehe ich als ziemlich offen an, zwar bleibt mein klarer Favorit für den Schnitt Whiplash mit seinen schnellen Szenenwechseln, doch ist es auch gut möglich, das ein Film wie American Sniper noch mal abräumen darf, doch auch nicht zu unterschätzen sind die 12 Jahre langen Dreharbeiten von Boyhood und der damit verbundene Schnittaufwand sowie die tollen Szenen aus Grand Budapest Hotel. Oder will man The Imitation Game tatsächlich noch einen mitgeben?


10. Beste Kamera


Die Nominierten:

- Birdman

- Grand Budapest Hotel
- Mr. Turner
- Unbroken
- Ida

Senf:

Der Award um die Beste Kamera scheint ziemlich sicher an Birdman zu gehen, und das wäre auch verdient, denn die Kamera des Films zeigte eine beeindruckende Dynamik und war eines der Haupt-Stilmittel des tollen Films. Zwar hätte auch Grand Budapest Hotel gute Chancen, doch kommt es nicht ganz an die von Birdman heran. Ida, Unbroken und Mr. Turner scheinen relativ chancenlos zu sein.



11. Bester fremdsprachiger Film


Die Nominierten:

- Ida (Polen)

- Leviathan (Russland)
- Tangerines (Estland)
- Timbuktu (Mauretanien)
- Wild Tales (Argentinien)


Senf:

Wieder scheint ein klares Rennen vor uns zu liegen, denn der polnische Film Ida konnte bis jetzt überzeugen und ist sogar in der Kategorie der besten Kamera nominiert. Mein Favorit bleibt allerdings der estländische Film Tangerines, der leider so gut wie keine Chancen auf den Sieg hat. Eher macht Leviathan Ida noch die Hölle heiß.


12. Bestes adaptiertes Drehbuch


Die Nominierten:

- Die Entdeckung der Unendlichkeit

- Inherent Vice
- The Imitation Game
- Whiplash
- American Sniper

Senf:

Wieder ein knappes Rennen um den Sieg werden sich hier Die Entdeckung der Unendlichkeit und The Imitation Game liefern, auch wenn beide Drehbücher meiner Meinung nach alles andere als oscarwürdig waren. Mein klarer Favorit in dieser Kategorie wäre normalerweise Gone Girl, hätte die Academy keine seltsame Abneigung gegen David Fincher wäre dieser auch sicher nominiert worden, so bleibe ich aber bei Whiplash, der leider kaum Chancen zu haben scheint. Oder reitet American Sniper auf der Erfolgswelle zum Sieg?


13. Bestes Originaldrehbuch


Die Nominierten:

- Birdman
- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- Nightcrawler
- Foxcatcher

Senf:

Immer mehr nähern wir uns den ganz großen Kategorien und am Besten Originaldrehbuch angekommen haben wir schon einen der größten Zweikämpfe der Academy Awards vor uns: Birdman gegen Boyhood. Mein klarer Favorit ist Birdman, doch die Academy liebt Boyhood ungemein, weswegen ich es für ziemlich wahrscheinlich halte, dass die beiden sich hier ein Kopf an Kopf Rennen liefern. 


14. Beste Nebendarstellerin


Die Nominierten:

- Emma Stone (Birdman)
- Patricia Arquette (Boyhood)
- Keira Knightley (The Imitation Game)
- Meryl Streep (Into The Woods)
- Laura Dern (Wild)

Senf:

Hier scheint schon alles gelaufen zu sein, denn Patricia Arquette konnte bisher so gut wie alle Preise auf den anderen Festivals für ihre Performance in Boyhood gewinnen. Zwar zeigte sie authentisches Spiel, doch mich persönlich begeisterte mehr Oscar-Veteranin Meryl Streep, die dieses Jahr schon zum 19. Mal nominiert ist, und zeigt jedes Jahr auf neue, dass sie diesen Rekord auch zurecht hat. Trotzdem rechne ich ihr so gut wie keine Chance auf den Preis an. Schade ist hier, dass man gänzlich auf eine Nominierung von Tilda Swinton (Snowpiercer, Grand Budapest Hotel) verzichtet hat.


15. Bester Nebendarsteller


Die Nominierten:

- Edward Norton (Birdman)
- Ethan Hawke (Boyhood)
- Mark Ruffalo (Foxcatcher)
- J.K. Simmons (Whiplash)
- Robert Duvall (Der Richter)
J.K. Simmons
Senf:

Wieder ein ziemlich klares Rennen, doch diesmal steig ich auf und sage, dass J.K. Simmons seine Favoritenrolle wirklich zurecht trägt. Zwar begeistert auch Edward Norton in Birdman mit einer brillanten Performance, doch hat er sich hier leider im Jahr geirrt, wenn er endlich mal gewinnen will, denn Simmons rockt Whiplash so richtig und zeigt uns eine der perfidesten und stärksten Leistungen des Jahres.


16. Beste Hauptdarstellerin


Die Nominierten:

- Rosamund Pike (Gone Girl)
- Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit)
- Julianne Moore (Still Alice)
- Reese Witherspoon (Wild)
- Marion Cotillard (Zwei Tage, eine Nacht)

Senf:

Rosamund PikeTja, die Academy scheint Gone Girl ja sowieso zu hassen, hat sie diesen nur für Rosamund Pikes Performance nominiert und es wäre schön einen damit verbundenen Sieg sehen zu dürfen. Leider hat aber Julianne Moore die besten Karten, so gewann sie schon den Golden Globe und scheint auf der Welle zu reiten, dass sie sich ihren lang verdienten ersten Oscar abholen darf. Nichts gegen Moore, eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen, doch Pike hat dieses Jahr meiner Meinung nach eine stärkere Show abgeliefert.


17. Bester Hauptdarsteller


Die Nominierten:

- Michael Keaton (Birdman)
- Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)
- Benedict Cumberbatch (The Imitation Game)
- Bradley Cooper (American Sniper)
- Steve Carell (Foxcatcher)

Michael KeatonSenf:

So, wir sind schon bei einer der prestigeträchtigsten Kategorien angekommen und es geht um das Wetteifern um den Besten Hauptdarsteller! Eddie Redmayne gewann den Golden Globe in dieser Kategorie, ist in seiner Rolle aber noch knapp hinter Favorit Michael Keaton der das Ding verdient hat und hoffentlich auch bekommen wird. Schade zu sehen ist es, dass American Sniper sich auf seiner Box-Office-Welle in so viele Kategorien geschmuggelt hat, wäre hier doch eine Nominierung für Jake Gyllenhaal (Nightcrawler) oder Miles Teller (Whiplash) berechtigter gewesen als die von Bradley Cooper.


18. Beste Regie


Die Nominierten:

- Alejandro González Iñárritu (Birdman)
- Richard Linklater (Boyhood)
- Wes Anderson (Grand Budapest Hotel)
- Bennett Miller (Foxcatcher)
- Morten Tyldum (The Imitation Game)

Alejandro González IñárrituSenf:

Wir haben wieder das Meisterrennen: Birdman gegen Boyhood! Mein Favorit bleibt weiterhin Birdmans fantastische Regie, doch wie gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Academy Boyhood und Richard Linklater nicht leer ausgehen lassen wird, weswegen es durchaus wahrscheinlich ist, dass sie Linklater den Preis geben. Schade auch wieder hier, dass Damien Chazelle nicht für Whiplash nominiert wurde, leistete er meiner Meinung nach doch eine deutlich bessere Arbeit als Morten Tyldum.



Und jetzt... TROMMELWIRBEL!!!



19. Bester Film


Die Nominierten:

- American Sniper
- Birdman
- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game
- Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Whiplash 
- Selma

Senf:


Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Die Königsdisziplin! Eigentlich würde es sich hier wieder um einen Kampf der Giganten zwischen Birdman und Boyhood handeln, hätte American Sniper nicht solch enorme Erfolge in der letzten Zeit erreicht und wäre so aus dem Boden geschossen, wie er es ist. Manche Leute meinen sogar schon allein wegen den Zahlen habe der Film schon gewonnen! Wenn die Academy allerdings Filme mit Qualität den Blockbustern vorzieht, so wie es eigentlich immer war, wird es sich zwischen den beiden großen Produktionen ausmachen. Ich bin mal so frei und vermute, dass Boyhood letztendlich gewinnen wird, auch wenn mir Birdman persönlich lieber wäre, doch ich glaube die Coming of Age Story hat so einige Menschen bewegt und hat irgendwie das nötige Etwas für einen potentiellen Best Picture Gewinner.



Wir fassen mal zusammen wie viele Oscars welcher Film von mir vorhergesagt bekommt:

Boyhood (3) Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Beste Regie
Birdman (3) Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera
Interstellar (3) Beste visuelle Effekte, Beste Musik, Bester Ton
Whiplash (2) Bester Nebendarsteller, Bester Schnitt
Grand Budapest Hotel (2) Bestes Kostüm, Beste Ausstattung
American Sniper (1) Bester Tonschnitt
Still Alice (1) Beste Hauptdarstellerin
The Imitation Game (1) Bestes adaptiertes Drehbuch
Ida (1) Bester fremdsprachiger Film
Foxcatcher (1) Bestes Make Up
Selma (1) Bester Filmsong

So das wars dann auch schon mit meiner Vorhersage, wir werden heute Abend ja sehen was richtig und was falsch ist ;) Wenn ihr die Oscars heute Abend mitverfolgen wollt, ich werde LIVE einen Artikel auf diesem Blog bringen, also Part 2 meines Oscar-Specials, in dem ich alle 30 Minuten noch ein bisschen Senf dazugebe, was gerade passiert. Ich freue mich auf die Oscars!!!