Dienstag, 7. Juli 2015

Die Frau in Gold (2015)

Helen Mirren schlüpft in Die Frau in Gold in die Rolle von Maria Altmann, eine Frau die versuchte ein wertvolles Erbstück aus den Händen des österreichischen Staats zurückzubekommen. Eine interessante Geschichte, die leider in einem dürftigem Film umgesetzt wurde.


Die Frau in Gold

Originaltitel: Woman in Gold
Produktionsland: Großbritannien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2015
Regie: Simon Curtis
Haupt-Darsteller: Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Katie Holmes
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: 107 Minuten
Kurzbeschreibung: Helen Mirren meldet in Die Frau in Gold ihren Anspruch auf ein Klimt-Gemälde an und engagiert dafür Anwalt Ryan Reynolds. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Die aus Österreich stammende Maria Altmann (Helen Mirren) hat eine mehr als bewegte Vergangenheit hinter sich. Aus einer jüdischen Familie stammend musste sie ihre Heimat verlassen, als die Nationalsozialisten eine immer größere Bedrohung darstellten. Inzwischen wohnt die 80-Jährige in den USA und betreibt ein eigenes kleines Geschäft, doch ihre Vergangenheit verfolgt sie. Eines Tages setzt sie sich in den Kopf ein Gemälde, das die Nazis ihrer Familie 1940 entwendet haben zurückfordern zu wollen. Problem an der Sache ist, dass das Bild der "Frau in Gold" zu einem Kunstschatz für die Wiener Galerie geworden ist und diese es unter keinen Umständen herausrücken wollen. Mithilfe des jungen Anwalts Randol (Ryan Reynolds) reist sie trotzdem nach Österreich, um das ihr rechtlich zustehende Familieneigentum einzufordern.

Stilistisch wirkt Die Frau in Gold zunächst wirklich schön. Vor allem die österreichischen Kulissen sind gut getroffen und werden zum Teil mit feinen Lichteffekten untermalt, was manche Szenen wirklich schön zu betonen weiß. Trotzdem bleibt die Atmosphäre des Films über weite Teile sehr steril und blank. Hans Zimmers schöner aber unauffälliger Soundtrack nimmt den Zuschauer an die Hand, und will gemeinsam mit ihm in den Film tauchen, aber ein leider insgesamt ziemlich unstimmiges Konzept verweigert dem Beobachter am Geschehen teilzuhaben.

Und dabei ist das Schauspielensemble großartig. Neben Helen Mirren, Ryan Reynolds und Katie Holmes sind es auch viele Darsteller aus dem deutschen Raum, die versuchen Akzente zu setzen. Unter anderem sind Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu und Tom Schilling in Nebenrollen zu sehen. "Ein gutes Cast macht bekanntermaßen jedoch noch keinen guten Film" ist bedauerlicherweise ein Satz, der sich perfekt auf diesen Film anwenden lässt. Viele der Schauspieler wie Helen Mirren und Ryan Reynolds spielen wirklich gut, harmonieren jedoch einfach nicht miteinander. Das Drehbuch gibt den Charakteren kaum Möglichkeiten zusammenzuwachsen, die Figuren sind zum Großteil überzeichnet, oder werden (wie im Falle von Daniel Brühls Figur) einfach wahllos in den Film geworfen.


Das sehr dürftige Drehbuch spiegelt sich auch in den Dialogen des Films wieder. Zwar tut der Wechsel zwischen englischer und deutscher Sprache durchaus gut, doch sind die meisten Unterhaltungen so belanglos, dass sie den Film nur in die Länge ziehen. Auf die banalste Weise wird versucht Humor im Dialog einzubauen, auf den der Zuschauer genau so gelangweilt reagiert wie die Schauspieler. Zwar kann dieser Film eine schöne Geschichte und sogar eine beachtenswerte Intention sein Eigen nennen, doch muss er sich auch eingestehen, auf eine sehr interessante Leinwand ein plumpes Werk gekleistert zu haben.

Die Frau in Gold ist ein Film, wie er mittelmäßiger leider kaum sein könnte. Eine tolle Besetzung versucht auszubessern, was ein einfallsloses Drehbuch verbrochen hat, schafft es aber insgesamt nicht das Erlebnis auf ein gutes Unterhaltungslevel hochzuhieven. Deutlich mehr Potenzial steckt in der eigentlichen Geschichte und dem Team hinter dem Film, doch so einiges ist schiefgegangen, dass dies schließlich das Ergebnis ist.

Wertung: 5/10

Es ist nicht alles Gold was glänzt: Maxim Braun




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