Sonntag, 2. November 2014

Iron Man (2008)

Stahlharter Streifen oder reif für die Schrottpresse? Iron Man ist in aller Munde und man kommt kaum an dem Film vorbei wenn man über die letzten Jahre Kinogeschichte spricht, also hab ich mir endlich ein Herz aus Stahl gefasst und ihn angesehen.

Iron Man

Originaltitel: Iron Man
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2008
Regie: Jon Favreau
Haupt-Darsteller: Robert Downey Jr., Terrence Howard, Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 120 Minuten
Kurzbeschreibung: Nicht jeder Held braucht Superkräfte – nur den Kopf eines futuristischen Erfinders und das Geld eines Multimilliardärs. Robert Downey Jr. gibt den Iron Man alias Tony Stark im ersten Teil der Comic-Verfilmung von Jon Favreau. (Quelle: Moviepilot.de)

Kritik:

Zum Inhalt, muss ich hier noch viel schreiben, oder bin ich mal wieder einer der letzten Menschen, die einen Hype verpasst haben den Marvel in den letzten Jahren aufgebaut hat und der Robert Downey Jr. einen gewaltigen Karrierepush geschenkt hat? Ich versuchs natürlich trotzdem: Es geht um Stark, Tony Stark um genau zu sein. Dieser ist Multi-Ganzvielgeldbesitzer und mit seiner Firma "Stark Industries" der größte und wichtigste Waffenlieferant der USA. Bei einem Waffentestlauf, bei dem er seine neusten Spielzeuge demonstriert, wird er lebensgefährlich von Granatsplittern verletzt und von einer Gruppe von Terroristen entführt. Als wär das nicht schon genug Stress für einen Tag wollen diese dann auch noch von ihm, dass er ihnen sein neuestes Raketen-Waffen-Bummpängknall-System nachbaut. Zu seinem Glück ist Stark nicht der einzige Gefangene der Terror-Organisation und wird vom rätselhaften Yinsen verarztet, der ihm einen Magneten ins Herz pflanzt, welcher verhindert, dass die Granatsplitter weiter in seinen Körper eindringen und ihn letztlich töten. Zusammen mit jenem baut er statt der Waffe einen metallischen Kampfanzug mit dem ihm die Flucht aus dem Lager gelingt. Wieder zu hause begreift Stark in was für Geschäften er da eigentlich steckt und bekommt es mit neuen Intrigen und Gefahren zu tun...

So weit so gut, oder nicht? Der Aufhänger ist bei weitem nicht der schlechteste der Comic-Superheldenwelt, sogar ziemlich interessant, doch schafft der Film es trotzdem für mich nie seine Story als sehenswert zu verkaufen. Zu oft hat das Skript hier für mich Lücken und dort komisch erzwungene, oder gar sehr vorhersehbare Dialoge und Wendungen die mich wirklich nicht aus der Versenkung holen. Ich will mich hüten hier viel vorweg zu nehmen, auch wenn ich fast schon davon ausgehe, dass dieser Film inzwischen sowieso jedem außer mir bekannt ist, aber die Entwicklung die ungefähr ab der Mitte des Films zeigt wer der wahre Antagonist des Filmes wird ist aus meiner Sicht weder originell, noch gut gemacht. Gewisse Personen erscheinen mir von Anfang bis Ende suspekt und irrational handelnd - dazu tragen vor allem einige Szenen bei, in denen Stark's treue Assistentin Pepper (Gwyneth Paltrow) einfach nur rumsteht und Däumchen drehen spielt während ein riesiger Kampfroboter aus dem Asphalt vor ihr donnert. 

Jene Gwyneth Paltrow bereitet mir desweiteren auch nicht nur beim Schreiben ihres Namens Bauchschmerzen (Gwinne Petrol, ne? Whynet Pethrwo, auch nicht? Gwztwib Pezrzrl, ach vergiss es...), sondern auch so ziemlich jedes mal, wenn sie vor der Kamera steht. Ich sage es klipp und klar: In diesem Film gefällt sie mir ganz und gar nicht. Es gibt durchaus Szenen in denen mir das leichte Funkenfliegen zwischen Pepper und Stark gefällt - ein gutes Beispiel ist die, in dem sie für ihn in ihn geht (also ihm mal kräftig ins Herz greift... also, lassen wir das...) - doch in weiten Teilen des Filmes halte ich sie für deplatziert. Auch von Jeff Bridges hab ich mehr erwartet. Es war ungewöhnlich genug den Dude jetzt als kahlköpfigen Waffenhändler zu akzeptieren, da war es noch seltsamer, dass er zur unnachvollziehbarsten Person des Films wird die gegen Ende einfach nur noch sinnlos blöd wird, was aber wieder eher am Skript liegt und nicht an Ihrer Dudeheit.

Robert Downey Jr. dagegen ist stark. Also jetzt im Ernst er ist Tony Stark. Wenn Sie an dieser Stelle aufhören wollen zu lesen, weil Sie keinen blöden Gag mehr von diesem penetrant abnerfenden Autoren ertragen, kann ich vermutlich froh sein, dass Sie überhaupt so weit gekommen sind... Was ich eigentlich sagen will ist, dass Robert Downey Jr. in seiner Rolle als einziger voll aufgeht. Das dafür aber umso besser! Er funktioniert als Tony Stark wie es vermutlich kein anderer getan hätte und spielt ihn hier, als würde man ihn einfach bei seinem normalen Alltagsgeschehen filmen. Einige Gags und coole Sprüche, einige Flirts und Runden am Glücksspieltisch und man weiß genau, der Kerl hat es drauf. Doch leider schafft es selbst ein toller Downey Jr. hier nicht den Film für mich sehenswert zu machen. Ich hätte mir entweder eine höhere Gagdichte und mehr Action gewünscht, oder dass man mehr über die Hintergrundgeschichte von Tony Stark erfährt bzw. mehr auf den Bau des Anzugs eingeht, denn jener Mittelteil in dem er seine Ausrüstung langsam aufbaut, war für mich am unterhaltsamsten.

Auch das Ende schafft es schließlich leider nicht den Film für mich zu retten: Zu viel dümmliche Dialoge, keine gute Action und allzu typische Fehler des Gegenspielers lassen mich gelangweilt auf dem Sofa zurück, wo ich mich nur frage: "Schade, aber warum?". Als Fazit finde ich den Film persönlich weder überzeugend noch sehr unterhaltend. Zu viele Stellen stören mich an Marvels Superheldenstreifen und zu wenige Szenen machen mir Lust und Hoffnung auf die beiden folgenden Iron-Man-Filme, die ich noch nicht kenne. Ich kann verstehen, dass Superhelden-, Comic- oder einfach nur Action-Fans hier durchaus auf ihre Kosten kommen können, ich tue es allerdings leider nicht. Aber egal, wer rastet der rostet und deshalb will ich die Fortsetzungen mal nicht direkt aufgeben, sondern vielleicht darauf hoffen, dass diese nicht ganz so langweiliges Blechkino für mich werden...

Wertung: 5/10

Für jeglichen Hate verantwortlich zu machen: Maxim Braun




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