Donnerstag, 6. November 2014

Der Weiße Hai (1975)

Wo wären wir heute nur ohne Der Weiße Hai? Nie wäre es zu so legendären Erfolgsgeschichten wie Sharknado, Sharktopus und all den anderen tollen Trash-Monster-Filmen gekommen, die versuchen auf den Riesenerfolg von Spielbergs Klassiker aufzuspringen. Doch wird der Film seinem Hype gerecht?

Der Weiße Hai

Originaltitel: Jaws
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 1975
Regie: Steven Spielberg
Haupt-Darsteller: Roy Scheider, Richard Dreyfuss, Robert Shaw, Murray Hamilton
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 124 Minuten
Kurzbeschreibung: In Der Weiße Hai müssen Roy Schneider, Robert Shaw und Richard Dreyfuss aufbrechen, um einen gefährlichen weißen Hai einzufangen. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Der ganze Horror startet bei einer ruhigen Strandfete von einigen jungen Leuten, die sich am Meer um eine Feuerstelle versammelt haben. Eine hübsche Frau rennt neckisch weg und will mit einem Mann Baden gehen, der ihr betrunken hinterhertorkelt. Während sie sich schnell ihrer Kleidung entledigt und ins kühle Nass flitzt, legt er sich erst einmal in den Sand und lallt ein bisschen vor sich hin. Und als das schöne Mädchen dann da so vor sich hindümpelt wird ein ganz anderer Bewunderer aufmerksam: Ein gewaltiger weißer Hai! Der charmante Meeresbewohner zwickt unsere Badenixe erst ein paarmal in den Fuß, bevor er sich entscheidet sie in die Tiefe zu ziehen, während unser nicht ganz so nüchterner Freund nichts von der ganzen Sache bemerkt und langsam einschläft. Am nächsten Tag wird Polizeichef Brody (Roy Scheider) auf die Story des Mannes aufmerksam, der glaubt seine Freundin sei ertrunken. Am Strand finden sie allerdings die zerfetzten Überreste der Frau und Analysen bestätigen einen Haiangriff. Brody steht allerdings mit seiner Bitte den Strand zu sperren alleine da, denn der Bürgermeister will auf keinen Fall die Einnahmen der Badesaison gefährden. Doch bald darauf schlägt das Biest erneut zu...

Der Weiße Hai genießt sein Ansehen als Kultfilm, als der Film, der den Startschuss gab für eine Erfolgswelle von Horrorfilmen, in denen Menschengruppen von bestialischen Tieren auseinandergenommen werden. Die meisten dieser Filme kommen aber nicht annähernd an Spielbergs Film heran, denn dieser ist weitaus mehr als reiner Monster-Horror. Der Film hat einen relativ interessanten Plot, der nicht allzu viel hergibt für eine gute Storybildung, aber solide ist und auch vor ein bisschen Gesellschaftskritik nicht zurückschreckt. Die drei Hauptcharaktere, von denen einer erst relativ spät stärker in den Fokus gerät, sind allesamt interessant, unterhaltsam und gut gespielt. Besonders Dreyfuss hat mir wirklich gut gefallen und bei den ganzen Seemanns-Sprüchen von Robert Shaw muss man sich schon schwer in den Keller verkriechen um nicht zumindest ein kleines Lachen zuzulassen.

Steven Spielbergs Stil ist sehr präsent hier und tut dem Film sehr gut. Es ist schön zu sehen wie das Set und vor allem eben auch die Hai-Attrappe, die liebevoll "Bruce" getauft wurde, mit Liebe zum Detail gebaut wurden. Der Film hat einige tolle Sequenzen die von Unterwasserkameras aufgenommen wurden und oft auch die Sicht des Hais darstellen. Überhaupt merkt man, dass hier wirklich gute Kamera-Arbeit geleistet wurde und auch ein paar kreative Schnitte zu finden sind. Der Score vom Meister persöhnlich, John Williams, ist natürlich auch mal wieder auf den Punkt stimmig und sollte in einer Liste der besten Filmsoundtracks nicht fehlen dürfen. Er schafft es den Bildern, die noch so neutral sein mögen, eine Stimmung einzuflößen, die auch einen großen Teil zur Spannung des Filmes beiträgt.

Überhaupt macht der Film sehr viel richtig, wenn es darum geht den Zuschauer zu überraschen und mitfiebern zu lassen. In Momenten in denen man die ganze Zeit mit einem blutigen Haiangriff rechnet passiert nichts, außer ein paar gezielt ausgelegten Finten, die dem Zuschauer etwas an den Nerven nagen sollen. Und dann in Szenen, in denen man wirklich nicht damit rechnet, erscheint das Monstrum im nullkommanichts aus dem Wasser und erschreckt den Zuschauer gekonnt. Nun ist Der Weiße Hai in erster Linie kein Horror-Film, sondern ein sehr spannendes Thriller-Abenteuer, dass zur richtigen Zeit ein paar Erschrecker mitbringt. Und gerade diese Sicherheit in der sich der Zuschauer wägt und welche dann abrupt zerstört wird, verleiht dem Film seine super funktionierenden Spannungsmomente.

Am Ende ist Der Weiße Hai ein Film, der sehr viel Spaß macht und mit vielen spannenden Momenten auch genug Nervennahrung bietet. Zwar gibt die Handlung nicht arg viel her, doch ist sie solide ausgeführt und mit tollen Schauspielern besetzt, die hier ihr bestes geben. Seinen Status als Klassiker hat der Film sicher verdient, da er eben heute noch von vielen Filmen als Vorbild genommen wird und das auch zurecht. Für mich ist er damit ein wirklich sehenswerter Film, der zwar mit seinen 124 Minuten gegen Ende auch mal ein paar Längen hat, aber bis zum Ende spannend und sehr unterhaltsam bleibt. 

Wertung: 7/10

Bahnt sich einen Weg zur Hai-Society: Maxim Braun



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