Mittwoch, 28. Januar 2015

96 Hours (2008)

Mit 96 Hours a.k.a. Taken startete Liam Neesons Karriere als gealterter Action-Star, der nach entführten Leuten sucht, seine Familie beschützt, oder einfach Lust auf Krawall und Geballer hat. Ist der Film wirklich der moderne Actionfilm schlechthin, oder doch nur stupides Gehaue?

96 Hours

Originaltitel: Taken
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2008
Regie: Pierre Morel
Haupt-Darsteller: Liam Neeson, Maggie Grace, Olivier Rabourdin, Famke Janssen
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 93 Minuten
Kurzbeschreibung: Als seine Tochter im Ausland entführt wird, greift Liam Neeson in 96 Hours selbst zur Waffe, um die 17-Jährige aus den Fängen der Menschenhändler zu befreien. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Bryan Mills' (Liam Neeson) Leben ist nicht gerade perfekt. Ständig versucht der im Ruhestand lebende Ex-Agent seiner 17-jährigen Tochter Kim (Maggie Grace) näher sein zu können, da die Arbeit ihn damals seine Familie, und demnach auch seine Ehe kostete. Als seine Tochter ihn bittet, sie mit einer Freundin nach Frankreich fahren zu lassen ist Bryan also erst einmal sehr skeptisch, willigt seiner Tochter zuliebe allerdings schließlich ein und lässt sie ziehen. Leider verwirklichen sich die Sorgen um seine Tochter, denn die beiden Mädchen werden kurz nach ihrer Ankunft von albanischen Menschenhändlern verschleppt. Bryan muss nun wieder zu dem Profi werden, der er einmal war, und macht sich auf einen energischen Gewaltmarsch durch die Verbrechenssümpfe von Paris um seine Tochter zu retten.

Liam Neesons derzeitiges Karrierehoch ist eine Sache für sich. Mit 96 Hours startete für den ehemals genialen Charakterdarsteller aus Filmen wie Schindlers Liste eine Serie von Filmen, in denen er abgehalfterte Ex-Agenten verkörpert, die den Bösewichten noch mal gehörig eins mitgeben, bevor sie in Rente gehen. Dem Action-Standard wird der Film auch tatsächlich gerecht, so ist er nicht wirklich revolutionär, aber durchaus schnell, konsequent und zweifelsohne unterhaltsam und schlagfertig. Die Kampfsequenzen und Schusswechsel sind einwandfrei gemacht und machen zum Großteil sehr viel Spaß.

Weniger Spaß macht leider die unglaublich dumpfe Story, die fast jeder innerhalb eines Tages hätte schreiben können. Überraschungen bleiben zum Großteil aus, und die Menschenhändler-Verschwörung, die sich natürlich bis in die französische Regierung erstreckt, wirkt schon etwas sehr weit hergeholt. Auch ist die Charakterzeichnung nicht gerade ideal, so bleibt viel zu wenig Zeit um sich mit Liam Neesons Figur zu identifizieren, und wenn dann mal ein Versuch in die Richtung gemacht wird, dann viel zu klischeehaft und ohne wirkliche Innovation.

Das ist wirklich schade, denn Liam Neeson selbst glänzt und geht in seiner "Bad-Ass-Rolle" einzigartig auf. Man nimmt ihm den alten und doch immer noch professionellen Ex-Agenten sofort ab, und er hat einige richtig starke Momente und bringt so einige Sprüche, die sich dauerhaft ins Actionfilm-Gedächtnis einprägen. Zwar erfindet der Streifen nichts wirklich neu, und Neeson bringt wahrlich keine Tiefe in den Film, oder etwas annähernd Ähnliches, aber durch die rastlose Hektik und die brachiale Action wird der Unterhaltungswert hochgehalten.

96 Hours ist keine Revolution des Actiongenres, aber ein gelungener, wenn auch klischeehafter Film. Liam Neeson funktioniert super, der Streifen ist schnell und sieht gut aus, hätte aber durchaus ein innovativeres und besser geschriebenes Drehbuch vertragen. So bleibt er zwar durch einige starke Szenen im Gedächtnis, schafft es aber am Ende auch nicht sich merklich von der breiten Masse abzusetzen, und eigenständig ein neues Genre zu erschaffen. Einzig und allein Neeson scheint das durch diesen Film für sich geschafft zu haben.

Wertung: 6/10

Happy Hour für alle 96-Jährigen!: Maxim Braun



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