Samstag, 31. Januar 2015

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben (2014)

Benedict Cumberbatch ist nominiert als Bester Hauptdarsteller für das biografische Drama The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben, in dem der geniale Mathematiker Alan Turing versucht, den Enigma-Code der Nazis zu knacken. Dabei muss sich der hochintelligente Autist auch mit persönlichen Problemen, wie seiner illegalen Homosexualität herumschlagen.

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Originaltitel: The Imitation Game
Produktionsland: Großbritannien / USA
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: Morten Tyldum
Haupt-Darsteller: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Mark Strong, Matthew Goode
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 114 Minuten
Kurzbeschreibung: In The Imitation Game spielt Benedict Cumberbatch den Forscher Alan Turing, der nicht nur die deutsche Verschlüsselung im Krieg knackte, sondern auch wegen seiner Homosexualität verfolgt wurde. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Alan Turing (Benedict Cumberbatch) ist ein genialer Mathematiker. Aus diesem Grund meldet er sich beim britischen Militär, um dort dabei zu helfen Enigma, ein deutsches Funkgerät, das Funksprüche der Wehrmacht verschlüsselt, zu besiegen. Schnell wird allen Beteiligten klar, dass sie hier an etwas streng geheimen arbeiten, das unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen darf, und es dauert nicht lange, bis Turing sich bei seinem Team durch seine skurrile Art unbeliebt macht. Dabei hat er einen genialen Plan: Er will eine Maschine bauen, die Enigma entschlüsseln kann, da nur eine Maschine eine Maschine besiegen kann, doch seine Kollegen sind davon noch nicht überzeugt.

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben ist mit 8 Nominierungen einer der ganz großen Oscar-Kandidaten, in so einigen wichtigen Kategorien. Unter anderem ist Benedict Cumberbatch als Bester Hauptdarsteller nominiert, und das völlig zurecht! Der charismatische Brite, der vor allem durch die Serie "Sherlock" an Bekanntheit erlangte, zeigt hier seine bislang stärkste Performance, in der so einige Szenen enthalten sind, die seine Nominierung rechtfertigen. Zwar wird er es in diesem starken Jahr ziemlich schwer haben, den Award auch gewinnen zu können, aber abschreiben sollte man ihn keineswegs.

Cumberbatch bleibt auch eindeutig der positivste Aspekt des Films, der sonst leider an einigen Stellen enttäuscht. Zu viele Klischees und eine seltsame, wenig Furcht einflößende Darstellung des Krieges führen leider dazu, dass der Film es an vielen Stellen nicht schafft, die für ein biografisches Drama nötige Authentizität aufzubauen, und so eine emotionale Stimmung aufzubauen. Durch seltsame, zum Teil wirklich unnötige, Zeitsprünge und Flashbacks soll hier eine Identifikation mit dem Hauptcharakter geschaffen werden, doch das Gegenteil ist der Fall, sie distanzieren uns mehr von ihm und zerbrechen die vom Film geschaffene Realität.

Und dabei ist Turing eine so interessante und vielschichtige Persönlichkeit, dass es an vielen Stellen schmerzt, wie halbherzig und ideenlos er vom Drehbuch in Szene gesetzt wird. Viel mehr von seinen Gefühlen, seinen Gedanken und vor allem von der tragischen und dunklen Seite seines Lebens hätten de Film gut getan, wären der Vorlage gerechter geworden und hätten ihm viel mehr von der dringend nötigen Substanz verliehen. Dabei schafft es auch eine charmante Nebendarstellerin wie Keira Knightley nicht, dem Drama den nötigen Schub zu geben.

The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben ist ein solides Drama mit einem starken Benedict Cumberbatch, verschenkt aber enorm viel Potenzial, wenn es darum geht, seine Charaktere mit ihren Licht- und Schattenseiten interessant ins Bild zu rücken. An vielen Stellen fühlt der Film sich an, als hätte man ihn schon gesehen und auch wenn es gegen Ende stark versucht wird, schafft man es nicht ganz, die nötige emotionale Stimmung zu erzeugen, die uns Turing so greifbar machen soll. 

Wertung: 6/10

Schreibt gerade an einer Turing-Maschine: Maxim Braun




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