Montag, 16. Februar 2015

Tangerines (2013)

Tangerines ist der estländische Kandidat für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film und gilt wohl als einer der ganz kleinen Streifen im Rennen um den begehrten Preis. Doch zu Unrecht ist der Film so unbekannt, denn er macht aus einem interessanten Plot ein sehenswertes Erlebnis.
 

Tangerines

Originaltitel: Mandariinid
Produktionsland: Estland / Georgien
Veröffentlichungsjahr: 2013
Regie: Zaza Urushadze
Haupt-Darsteller: Giorgi Nakashidze, Misha Meskhi, Lembit Ulfsack, Elmo Nüganen
Altersfreigabe: Noch kein FSK
Laufzeit: 87 Minuten
Kurzbeschreibung: Tangerines (OT: Mandariinid) ist ein estnisches Drama von Zaza Urushadze, der Regie, Drehbuch und Co-Produktion übernahm. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Ivo (Lembit Ulfsack) ist ein alter Mann, der in einer kleinen Ortschaft in Georgien zusammen mit seinem Freund Margus (Elmo Nüganen) versucht Mandarinen zu ernten und zu verkaufen. Diese Umstände wären noch nicht weiter ungewöhnlich, würde nicht gerade Krieg herrschen, zwischen Georgien und den Separatisten der Region Abchasien, die sich abspalten will. Dieser Krieg hat außer Ivo und Margus alle anderen Bewohner des Dorfes längst vertrieben, doch Ivo hat seine Gründe, die ihn hier bleiben lassen. Eines Tages ereignet sich im Dorf eine Konfrontation zwischen einer Gruppe Georgiern und zwei Söldnern, die für Abchasien kämpfen, und Ivo bringt den angeschlagenen tschechischen Söldner Achmed und den verwundeten Georgier Niko in seinem Haus unter, um sich um die beiden zu kümmern. Schnell geraten die beiden Kriegsfeinde in Konflikt.

Tangerines scheint ein klarer Außenseiter zu sein, wenn es um den Oskar geht, doch beweist er dem gewillten Zuschauer, dass der estländische Film mehr Potenzial hat, als die meisten ihm zutrauen möchten. Der Film beschäftigt sich mit einer für viele unbekannten Thematik, eines Krieges in Georgien, von dem sicherlich nur wenige wissen, doch gerade das, schafft er sehr intensiv in Szene zu setzen. Durch seine ansprechende und einwandfreie Handlung schafft der Streifen es als kurzweiliges und doch gefühlvolles Drama, eine einzigartige Stimmung aufzubauen.

Das verdankt Tangerines nicht nur seinem überragendem Drehbuch und seinen dadurch überaus intelligent geschriebenen Dialogen, sondern auch einer Spur von menschlichem Humor und Authentizität, die so manche große Hollywoodproduktion vermissen lässt. Hier wird mit einfachen Mitteln eine tolle Atmosphäre erschaffen, die zwar oft ruhig ist, dann aber in einigen Momenten überraschend viel Gas gibt und bemerkenswerte und unvorhersehbare Wendungen nimmt. Genauso bringt eine Besetzung aus völlig unbekannten Schauspielern eine tolle Chemie auf die Leinwand und vor allem Hauptdarsteller Lembit Ulfsack und Misha Meskhi zeigen beeindruckende Performances.

Das alles macht Tangerines zu einem Film, den sicher kaum Leute sehen werden, der es aber verdient hat, mindestens bemerkt zu werden, denn er besitzt einige fabelhafte Ansätze und schafft es ein umwerfendes und mehr als befriedigendes Finale zu bieten und trotz sehr kurzer Laufzeit zum Nachdenken anzuregen. 

Wertung: 7/10

Sieht Mandarinen ab jetzt anders: Maxim Braun




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