Freitag, 27. Februar 2015

Into the Wild (2007)

Der mehrfach oscarprämierte Schauspieler Sean Penn verfilmt die wahre Geschichte von Aussteiger Christopher McCandless, der sich selber Alexander Supertramp nennt und nur ausgerüstet mit seinem Rucksack in die Wildnis Nordamerikas hinauszieht. Dabei schafft es Into the Wild in beeindruckend schönen Bildern eine atemberaubende Atmosphäre zu schaffen und sich seinen Platz im Olymp des Roadtrip-Genres zu sichern.
 

Into the Wild

Originaltitel: Into the Wild
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 2007
Regie: Sean Penn
Haupt-Darsteller: Emile Hirsch, Kristen Stewart, Hal Holbrook, Brian H. Dierker
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 148 Minuten
Kurzbeschreibung: Wohin würdest du gehen, wenn dir die ganze Welt offen stände? Emile Hirsch weiß, wohin der Weg führt: Into the Wild. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Christopher McCandless (Emile Hirsch) steht die ganze Welt offen. Gerade erst hat er seinen Abschluss gemacht, da wird er von seiner Familie schon damit durchlöchert, was er denn nun tun will. Doch in dem Gerede von guten Noten und Zukunftschancen geht unter, dass Christopher seine ganz eigenen Pläne schmiedet, und zwar will er von all dem überhaupt nichts wissen, er will einfach nur weg. Ohne seinen Eltern auch nur den Hauch einer Spur zu hinterlassen, wohin er geht, macht er sich auf, das Abenteuer seines Lebens zu bestreiten, sein Ziel: Alaska.

Into the Wild ist sowohl bild- als auch tontechnisch oberste Spitzenklasse. Der Film kommt mit einer einfallsreichen und starken Kamera daher, gekrönt von einer exzellenten Schnittarbeit und wird von einem perfekt stimmigen Soundtrack untermalt. Eddie Vedders melancholische Musik passt perfekt zur Botschaft und Bildgewalt des Streifens, der uns durch die verschiedensten Abschnitte Nordamerikas schickt und uns auf eine einzigartige Reise mitnimmt.

Dabei erleben wir die Abenteuer eines jungen Mannes, der, hervorragend gespielt von Emile Hirsch, sich absetzen will, von all der Gier, der Gewalt und dem Materialismus fliehen und für sich ein Leben führen will, in dem er sich wohlfühlt, und nicht glaubt, ständig von seinen Eltern und Mitmenschen bewertet zu werden. Dabei kreuzt sein Weg viele Nebencharaktere und ihrer Geschichten, jede für sich einzigartig, und zum Teil sehr emotional. Hal Holbrook wurde für seine überragende Darstellung des alten Witwers Ron Franz sogar mit einer Nominierung als "Bester Nebendarsteller" belohnt, doch er ist nicht der Einzige, der durch seinen Auftritt begeistert.


All diese Figuren und ihre Erfahrungen formen langsam das Weltbild unseres Protagonisten, und ebenso die Form des ganzen Films. Somit baut der Streifen nicht nur einen fabelhaften und sympathischen Humor auf, sondern begibt sich auch auf schwierigere Wege, stellt wichtige und mutige Fragen, und wird so auch zu einem philosophischen Werk, dass die Gedanken des Zuschauers so schnell nicht mehr loslassen wird. Durch die Kollision der verschiedenen Schicksale erzeugt der Film den enormen Drang nach Aufbruch und weckt versteckte Leidenschaften, selbst alles stehen und liegen zu lassen und einfach wegzugehen.

Dabei schafft es Into the Wild auch, vor allem gegen Ende des Films, uns emotional in den Film und seine Charaktere eintauchen zu lassen, zeichnet seine Figuren so stark, dass wir uns zu ihnen hingezogen fühlen, sie auf ihrem Weg begleiten wollen. Fabelhaft hat Sean Penn diesen Film geschrieben und gedreht, der zwar mit 148 Minuten eine beachtliche Laufzeit aufweist, aber an keiner Stelle je wirklich langatmig wird, nein sich durch seine Größe erst richtig ausbreiten kann und dadurch die nötige Größe erreicht.

Into the Wild macht alles richtig, und brilliert durch ein klasse Drehbuch, gefühlvolle Darsteller und einen der besten Soundtracks der letzten Jahre. Durch seine spannende Thematik und die ausführliche, und in keinem Punkt zu lang geratene Umsetzung erwirbt sich Sean Penns Film einen Platz als wahres Meisterwerk und eines der besten Biopics der modernen Filmgeschichte.

Wertung: 9/10

Träumt auch mal von der weiten Welt: Maxim Braun





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