Donnerstag, 23. April 2015

Big Eyes (2014)

Tim Burton wagt sich mit Big Eyes erneut mal wieder an die Verfilmung einer wahren Begebenheit und sicherte sich für seinen Film mit Amy Adams und Christoph Waltz zwei herausragende Hauptdarsteller. Doch wird auch der Film den großen Namen gerecht?
 

Big Eyes

Originaltitel: Big Eyes
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr:2014
Regie: Tim Burton
Haupt-Darsteller: Amy Adams, Christoph Waltz, Krysten Ritter, Danny Huston
Altersfreigabe: FSK 0
Laufzeit: 107 Minuten
Kurzbeschreibung: In Tim Burtons zweitem biographischen Film Big Eyes wird aus dem Leben des amerikanischen Künstler-Pärchen Walter und Margaret Keane berichtet, die für ungewöhnliche Portraits bekannt sind. (Quelle: Moviepilot.de)


Kritik:

Margaret (Amy Adams) würde nichts lieber tun, als einfach nur zu malen. Zusammen mit ihrer Tochter, die ihr als größte Motivation und Inspiration zur Seite steht, will sie ihren Traum verwirklichen, doch so recht will es nicht funktionieren. Das ändert sich als sie auf den charismatischen Walter Keane (Christoph Waltz) trifft, der es zwar nicht schafft die Leute mit seinen künstlerischen Fähigkeiten zu begeistern, aber dafür ein exzellentes Überzeugungstalent besitzt, mit dem er sich gut zu verkaufen weiß. Schnell schafft er es, auch Margarets Kunst unter seinem Namen an den Mann zu bringen und die beiden werden zu einem Ehepaar, doch Margaret ahnt nicht, welch düstere Geheimnisse Walter vor ihr hat, und wie schwer es ihr fällt zu verheimlichen, das sie in Wahrheit die Künstlerin ist.

Big Eyes sollte vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern profitieren. Während Amy Adams zart und zerbrechlich die Rolle einer Frau einnimmt, die sich zunächst für den Erfolg und gegen die Wahrheit entscheidet, und somit eine Lüge leben muss, übernimmt Waltz seine Paraderolle des wortgewandten und einlullenden Geschäftsmanns. Beide Performances sind separat betrachtet an sich gut gelungen, doch Waltz Overacting und Adams feinfühlige Rolle scheinen im Film einfach nicht harmonieren zu wollen. Die Chemie zwischen den beiden geht also nicht wirklich wie gewünscht auf, und verleiht dem Film einen eher unschönen Beigeschmack.

Dieser Eindruck bleibt auch, da die Hauptcharaktere, vor allem eben Margaret, einfach zu platt dargestellt werden. Wo Tim Burton seinen Filmen immer versucht einen besonderen Stil zu verleihen ist das zwar hier auch gelungen, und die Bilder von den Kindern mit den großen Augen stellen ein wirklich interessantes Thema dar, doch zu wenig wird hinter die Kulissen geschaut, in die Figuren hinein, und uns bleibt nur zu erahnen, wie genau die Gefühlswelt hinter den Persönlichkeiten aussieht. Des Weiteren enttäuscht, dass gerade der Soundtrack, der ja mit der Sängerin Lana Del Ray als einer der stärksten Werbemittel eingesetzt wurde mal so gar nicht zur Geltung kommt. Wenn die Musik dann mal einsetzt, dann nicht zu erwarteten Stellen, und nicht so, als das man sie mit den Szenen die er untermalen soll in Erinnerung behält.

Trotz all dieser Makel bleibt Big Eyes gerade in der ersten Hälfte doch durchaus unterhaltsam, während der Film langsam seine perfide und fein gestrickte Geschichte über die Unterdrückung unserer Protagonistin aufbaut und an vielen Stellen als seichtes Drama gut funktioniert. Der Komödienaspekt geht dabei zwar zumeist verloren, doch das tut dem Film an keiner Stelle weh. Wäre man auf dieser Schiene weiter bis zum Ende gefahren, und hätte man nicht jede Figur so stark überspitzen müssen, wäre möglicherweise ein Film entstanden, der einiges mehr an Potenzial zu bieten hätte.


Während Tim Burtons Big Eyes eigentlich gerade wegen den Schauspielern ins Kino locken will, ist es leider die fehlende Chemie zwischen den beiden, die den Film zu zerstören droht. Ein gänzlicher Fehlschlag bleibt der Streifen keineswegs, doch wirkt er viel zu belanglos und platt für ein Drama, das eine emotionale Geschichte zu erzählen versucht.

Wertung: 5/10

Hätte lieber ein großes Eis: Maxim Braun



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